Gedenken an die Opfer der NS - Euthanasie
'Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist'

Wir wollen so vielen Opfern wie möglich ihre Identität wieder geben.


In Hadamar starb auch Anna Luise Eigner (von ihr gibt es kein Bildmaterial). Die Eddersheimerin, die an der Bahnhofstraße 50 wohnte, galt als eine sehr gute Schülerin, die bis auf eine Drei im Singen in ihrem Abschlusszeugnis nur Einsen und Zweien hatte. Sie wurde Chefsekretärin bei den Farbwerken Hoechst. Nach der Erinnerung ihres Neffen war eine gescheiterte Liebesbeziehung wohl die Ursache für ihre psychischen Probleme, wegen der sie in die Landesheilanstalt Hadamar eingewiesen wurde. Am 19. September 1939 wurde sie in die Anstalt Herborn verlegt, bevor sie am 28. Mai 1941 mit 79 weiteren Patienten nach Hadamar zurückgebracht wurde, wo sie vermutlich ebenfalls noch am gleichen Tag in einer der Gaskammern starb. 

externer LinkDie Opfer

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden mit dem Ziel der Vernichtung „lebensunwertes Leben“ mehr als 350.000 Menschen zwangssterilisiert. Bis zu 6000 Frauen und ungefähr 600 Männer starben an den Folgen der Eingriffe, mehr als 300.000 weitere starben in den „Euthanasie“-Programmen.

Hier finden sich einige der oft kurzen Lebens- und Leidensgeschichten von Opfern der Euthanasie. Es sind erschütternde Berichte, in mühevoller Kleinarbeit recherchiert von Journalisten, Historikern und zunehmend auch Angehörigen im Rahmen der Familienforschung.

Jede einzelne Geschichte ist es Wert, gelesen zu werden, denn hinter ihnen steckt das Schicksal von Menschen, die gequält und ermordet wurden. Die Geschichten geben stellvertretend auch den vielen anonymen Opfern ein Gesicht.

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