Gedenken an die Opfer der NS - Euthanasie
'Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist'

Wir wollen so vielen Opfern wie möglich ihre Identität wieder geben.


Frieda Kastner wurde am 13. April 1915 in Malsch geboren. Nachdem Frieda Kastner an Hirnhautentzündung erkrankte wurde sie in die Heil- und Pflegeanstalt Kork eingewiesen.
Aufgrund des Kriegsbeginns am 1. September 1939 wurden die Korker Anstalten in der Nacht vom 3./4. September 1939 nach Stetten im Remstal evakuiert. Dort erreichte den Leiter der Heil- und Pflegeanstalt ein Schreiben des Innenministers aus Karlsruhe vom 22. Mai 1940 in dem mitgeteilt wurde, dass die Verlegung der 75 Kranken aus der beigelegten Liste angeordnet wurde. Die Abholung der Kranken erfolgte im Auftrag des Innenministers am 28. Mai 1940 durch die gemeinnützige Krankentransport GmbH. In dem Schreiben wurde weiter mitgeteilt, dass der Transport von der Anstalt vorzubereiten ist und dass unruhige Kranke mit entsprechenden Mitteln für den mehrstündigen Transport „zu behandeln“ sind. Weiter wurde festgelegt, dass die Krankenakten dem Transportleiter ausgehändigt werden müssen. Außerdem waren für jeden Kranken die Personalien zu vermerken. Am 28. Mai 1940 kamen dann die sogenannten „grauen Busse“ nach Stetten. Sie brachten 70 Mädchen und Frauen, unter ihnen auch Frieda Kastner, nach Grafeneck wo sie ausnahmslos noch am gleichen Tage ermordet wurden.
Den Eltern und dem Pfarramt in Malsch wurde das gefälschte Todesdatum 20. Juni 1940 und eine gefälschte Todesursache gemeldet.
Die Urne von Frieda Kastner wurde laut Sterbebuch des Pfarramtes Malsch am 11. Juli 1940 auf dem Malscher Friedhof beigesetzt. 

externer LinkDie Opfer

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden mit dem Ziel der Vernichtung „lebensunwertes Leben“ mehr als 350.000 Menschen zwangssterilisiert. Bis zu 6000 Frauen und ungefähr 600 Männer starben an den Folgen der Eingriffe, mehr als 300.000 weitere starben in den „Euthanasie“-Programmen.

Hier finden sich einige der oft kurzen Lebens- und Leidensgeschichten von Opfern der Euthanasie. Es sind erschütternde Berichte, in mühevoller Kleinarbeit recherchiert von Journalisten, Historikern und zunehmend auch Angehörigen im Rahmen der Familienforschung.

Jede einzelne Geschichte ist es Wert, gelesen zu werden, denn hinter ihnen steckt das Schicksal von Menschen, die gequält und ermordet wurden. Die Geschichten geben stellvertretend auch den vielen anonymen Opfern ein Gesicht.

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