Gedenken an die Opfer der NS - Euthanasie
'Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist'

Wir wollen so vielen Opfern wie möglich ihre Identität wieder geben.


Fritz Walter Schubert wurde am 5. Mai 1906 in Pirna als Sohn eines Bauarbeiters geboren. Mit drei Schwestern und drei Brüdern wuchs er in Pirna auf. Dort besuchte er auch die Volksschule, in der er als guter Schüler galt. Nach dem Schulabschluss begann Fritz Schubert in seiner Geburtsstadt als Bleicher in einer Spinnerei zu arbeiten. ln seiner Freizeit spielte er in einem Pirnaer Fußballverein. Im Alter von 20 Jahren litt Fritz Schubert zunehmend unter Kopfschmerzen, die von Halluzinationen und Verfolgungsideen begleitet waren. Im Februar 1927 wurde er deshalb zur Behandlung in die Heil- und Pflegeanstalt Sonnenstein aufgenommen. Die Ärzte der Anstalt diagnostizierten die Krankheit Schizophrenie. Nach wenigen Monaten hatte sich Fritz Schuberts gesundheitlicher Zustand soweit gebessert, dass er nach Hause entlassen werden konnte. In den folgenden Jahren war er wieder berufstätig. Ein akuter Schub seiner psychischen Erkrankung führte dazu, dass er im Oktober 1933 erneut auf dem Sonnenstein aufgenommen wurde. 1935 beantragte der stellvertretende Leiter der Anstalt eine Unfruchtbarmachung Fritz Schuberts. Angeblich habe der Patient diesem Antrag zugestimmt, da ihm im Gegenzug eine baldige Entlassung in Aussicht gestellt worden sei. Das Dresdner „Erbgesundheitsgericht“ stimmte dem Antrag zu mit der Begründung, Fritz Schubert sei zweifelsfrei an Schizophrenie erkrankt. Die Zwangssterilisation fand am 27. Juli 1935 im Stadtkrankenhaus Pirna statt. Wenige Wochen später wurde Fritz Schubert vorübergehend entlassen. Im April 1936 wurde er zum dritten Mal in Sonnenstein aufgenommen. Dort trug er sich zeitweilig mit Gedanken an eine Selbsttötung. Kurz nach Kriegsbeginn wies der sächsische Innenminister die endgültige Schließung der Anstalt Sonnenstein an. Bereits im August 1939 war Fritz Schubert in die Landesanstalt Arnsdorf verlegt worden. Ein Jahr später, am 28. August 1940, gehörte Fritz Schubert zu den Patienten, die von Mitarbeitern der „Aktion T4“ mit Bussen in die zwischenzeitlich eingerichtete Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein gebracht wurden. Dort wurde er wahrscheinlich noch am selben Tag in der Gaskammer ermordet. 

externer LinkDie Opfer

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden mit dem Ziel der Vernichtung „lebensunwertes Leben“ mehr als 350.000 Menschen zwangssterilisiert. Bis zu 6000 Frauen und ungefähr 600 Männer starben an den Folgen der Eingriffe, mehr als 300.000 weitere starben in den „Euthanasie“-Programmen.

Hier finden sich einige der oft kurzen Lebens- und Leidensgeschichten von Opfern der Euthanasie. Es sind erschütternde Berichte, in mühevoller Kleinarbeit recherchiert von Journalisten, Historikern und zunehmend auch Angehörigen im Rahmen der Familienforschung.

Jede einzelne Geschichte ist es Wert, gelesen zu werden, denn hinter ihnen steckt das Schicksal von Menschen, die gequält und ermordet wurden. Die Geschichten geben stellvertretend auch den vielen anonymen Opfern ein Gesicht.

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