Gedenken an die Opfer der NS - Euthanasie
'Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist'

Wir wollen so vielen Opfern wie möglich ihre Identität wieder geben.


Johann Georg Häberlein wird am 20.09.1895 als Sohn der Eheleute Leonhard und Maria Häberlein in Würzburg geboren. Nach dem achtjährigen Besuch der Volksschule macht er eine dreieinhalbjährige Kaufmannslehre. Von 1915 bis 1918 leistet er seinen Kriegsdienst und wird verschüttet. Er trägt eine leichte Verwundung am rechten Oberschenkel davon, leidet aber wohl zeitlebens an diesem Trauma. Nach dem Krieg ist er bei der Bahn als Maschinenhausgehilfe beschäftigt. 1921 heiratet er seine Frau Sofie, mit der er zwei Töchter hat. Am 26.01.1926 verlässt er ohne Grund den Arbeitsplatz. In der Folge wird er dem Nervenarzt Dr. Meyer vorgestellt. Da er seine Arbeit mangelhaft verrichtet, wird er danach wegen eines Nervenleidens von der Bahn mit 68 RM Rente entlassen. Zu Hause sitzt er untätig herum, redet unsinniges Zeug und wird entmündigt. 1927 wird er mehrfach gegen seine Frau gewalttätig, versucht sie zu erstechen und wird durch 2 Kriminalsekretäre am 27.7.1927 in Werneck eingeliefert. Daraufhin erfolgt der Beschluss des Stadtrats von Würzburg vom 12.08.1927: Häberlein ist "wegen gemeingefährlicher Geisteskrankheit in einer Irrenanstalt zu verwahren". Als Pfleger ist der Vater Leonhard Häberlein, Heimgartenweg 12 bestimmt. Georg Häberlein bleibt bis zur Räumung der Heil- und Pflegeanstalt in Werneck. Am 05.10.1940 kommt er in die Heil- und Pflegeanstalt Lohr und von hier aus am 12.10.1940 mit einem Transport in die Wohltätigkeits- und Pflegeanstalt der Barmherzigen Brüder Reichenbach/Opf. Am 17.05.1941 trifft er mit einem Sammeltransport in der Niederbay. Kreis-Heil- u. Pflegeanstalt Mainkofen ein und wird mit dem T4-Tansport Nr.5 am 04.07.1941 nach Hartheim verlegt, wo er vermutlich noch am selben Tag ermordet wird. 

externer LinkDie Opfer

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden mit dem Ziel der Vernichtung „lebensunwertes Leben“ mehr als 350.000 Menschen zwangssterilisiert. Bis zu 6000 Frauen und ungefähr 600 Männer starben an den Folgen der Eingriffe, mehr als 300.000 weitere starben in den „Euthanasie“-Programmen.

Hier finden sich einige der oft kurzen Lebens- und Leidensgeschichten von Opfern der Euthanasie. Es sind erschütternde Berichte, in mühevoller Kleinarbeit recherchiert von Journalisten, Historikern und zunehmend auch Angehörigen im Rahmen der Familienforschung.

Jede einzelne Geschichte ist es Wert, gelesen zu werden, denn hinter ihnen steckt das Schicksal von Menschen, die gequält und ermordet wurden. Die Geschichten geben stellvertretend auch den vielen anonymen Opfern ein Gesicht.

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