Gedenken an die Opfer der NS - Euthanasie
'Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist'

Wir wollen so vielen Opfern wie möglich ihre Identität wieder geben.


Gerda Wild wurde am 21. Mai 1940 in Stuttgart Zuffenhausen geboren. Ihr Vater war Bauarbeiter. Ihre Schwester berichtet: “Sie war a ganz liebs Mädele”. Gerda konnte mit 3 Jahren noch nicht sprechen, aber sich verständlich machen und ihre Bedürfnisse ausdrücken, zum Beispiel, wenn sie Zucker auf ihren Schnulli haben wollte.
Als ihre 6jährige Schwester am 21.9.1943 aus der Schule kam, war Gerda verschwunden. Die Mutter berichtete, dass eine Krankenschwester gekommen sei und die Kleine mitgenommen habe. Der Vater meinte am Abend: “hättst sie ihr net mitgebbe”.
Doch die Nazi-Ärzte ließen den Eltern keine Entscheidungsfreiheit, ihr Kind bei sich zu behalten. Der damals üblichen Praxis folgend wurde Gerda in die sog. "Kinderfachabteilung" der Heilanstalt Eichberg eingewiesen. Nach wenigen Tagen kam die Nachricht, Gerda sei an einer Lungenentzündung gestorben. 

externer LinkDie Opfer

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden mit dem Ziel der Vernichtung „lebensunwertes Leben“ mehr als 350.000 Menschen zwangssterilisiert. Bis zu 6000 Frauen und ungefähr 600 Männer starben an den Folgen der Eingriffe, mehr als 300.000 weitere starben in den „Euthanasie“-Programmen.

Hier finden sich einige der oft kurzen Lebens- und Leidensgeschichten von Opfern der Euthanasie. Es sind erschütternde Berichte, in mühevoller Kleinarbeit recherchiert von Journalisten, Historikern und zunehmend auch Angehörigen im Rahmen der Familienforschung.

Jede einzelne Geschichte ist es Wert, gelesen zu werden, denn hinter ihnen steckt das Schicksal von Menschen, die gequält und ermordet wurden. Die Geschichten geben stellvertretend auch den vielen anonymen Opfern ein Gesicht.

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