Im Oktober 1940 wurde auf Initiative des Pädiaters Werner Catel (Ordinarius für Kinderheilkunde an der Universitätskinderklinik/Städtisches Kinderkrankenhaus Leipzig) im Rahmen der nationalsozialistischen Kindereuthanasieverbrechen eine kinderpsychiatrische Abteilung neu gegründet. In dieser vom Arzt Arthur Mittag geleiteten Abteilung sind zwischen November 1940 und 7. Dezember 1943 (dem Tag der Verlegung der Kinderfachabteilung in die Landesanstalt Großschweidnitz bei Löbau) 551 Kinder und Jugendliche im Rahmen der nationalsozialistischen Aktion T4 getötet worden.

Während des Zweiten Weltkrieges wurden viele Leipziger Krankenhäuser zerstört.  Verschiedene Abteilungen anderer Krankenhäuser, wurden nach Dösen verlegt, unter anderem Teile von verschiedenen Universitätskliniken im Rahmen der sogenannten Aktion Brandt, darunter Teile der Universitätskinderklinik, so deren Infektionsstation und Kinderfachabteilung unter Leitung von Hans-Joachim Hartenstein. In den Jahren 1934 bis 1939 wurden in Dösen 583 Patienten zwangssterilisiert.

In Leipzig erhielt die Forschung zum Thema 1998 durch einen zufälligen Fund auf dem städtischen Friedhof Ost neuen Auftrieb. Dort wurde eine Urnengruppe mit insgesamt 35 Urnen gefunden, die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeitvon ehemaligen Patienten der Heil- und Pflegeanstalt (HPA) Leipzig-Dösenstammen, die im Rahmen der Tötungsaktion über die sogenannte Zwischenanstalt Zschadraß nach Pirna-Sonnenstein gebracht und dort
1940/41 vergast worden sind.
Später konnten noch weitere Opfer auf anderen Friedhöfen gefunden werden. Inzwischen steht fest, dass auch viele Opfer der Kindermordaktion nicht nur hier inLeipzig getötet, sondern auch in einem nicht unerheblichen Anteil in Leipzig beerdigtworden sind.

Erstmals wurde eine Stolperschwelle für Opfer der NS-Diktatur in Dösen das Pflaster gebracht.