Gedenken an die Opfer der NS - Euthanasie
'Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist'

Wir wollen so vielen Opfern wie möglich ihre Identität wieder geben.


Geboren am 14. Juni 1891 in Lohr. Wohnhaft in Erbach-Eichberg (Landesheil-und Pflegeanstalt)

Deportation: ab Erbach-Eichberg, Landesheil-und Pflegeanstalt 05. Februar 1941, nach Hadamar, Tötungsanstalt. Todesdatum: 05. Februar 1941

Todesort: Hadamar, Tötungsanstalt

Schicksal: Euthanasie.

Soweit das Gedenkbuch 12. Hinter den knappen Worten des Gedenkbuch-Eintrags verbirgt sich folgender, vielleicht weniger geläufige Sachverhalt.
Meta Kahn wurde Opfer der sog. „Aktion T 4“13, wie nach dem Zweiten Weltkrieg die systematische Ermordung von über 100 000 tatsächlich oder vermeintlich behinderten Menschen durch das NS-Regime bezeichnet wurde. Schrittweise wurde das „lebensunwerte Leben“ vernichtet. Dazu gehörte im Februar 1941 auch die Deportation von Meta Kahn mit sicher vielen anderen mehr von Erbach-Eichberg ins mittelhessische Hadamar. Dort wurden zwischen Januar 1941 und März 1945 im Rahmen dieser Vernichtungsaktion etwa 14.500 Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen in einer Gaskammer, durch tödliche Injektionen, Medikationen sowie durch vorsätzliches Verhungernlassen ermordet. Das Todesdatum Meta Kahns war der Tag ihrer Ankunft in Hadamar. 203 Zur Lohrer

Familie Meta Kahns: Sie war Tochter des Lohrer Handels- und Kaufmanns Benjamin Kahn (1848- 1926) und seiner Frau Kätchen, geb. Solinger (1857-1931), Konditorgasse 94 (heute Neubau Haus Nr. 64). Meta war Schwester von Therese Pappenheimer, geb. Kahn, die mit ihrer Familie in Treblinka ermordet wurde. Meta war seit 1914 verheiratet mit Michael Kahn geb. am 17.8.1875 in Bergrothenfels, Kaufmann in Frankfurt. Mehr ist nicht bekannt. Die Zuordnung erfolgte nach Angaben von Hans-Joachim Wirthmann. Die Eltern erlebten die Ermordung ihrer beiden Töchter nicht mehr, wie sich den Todesdaten der Eltern entnehmen lässt. Michael Kahn wurde am 15.9.1942 von Frankfurt nach Theresienstadt deportiert, wo er am 2.2.1943 umkam.

 

Quelle

[1] „Ein Wiedersehen gibt es nur im Himmel“ - Jüdische NS-Opfer aus Lohr von Wolfgang Vorwerk [Stand 26.05.2019]

externer LinkDie Opfer

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden mit dem Ziel der Vernichtung „lebensunwertes Leben“ mehr als 350.000 Menschen zwangssterilisiert. Bis zu 6000 Frauen und ungefähr 600 Männer starben an den Folgen der Eingriffe, mehr als 300.000 weitere starben in den „Euthanasie“-Programmen.

Hier finden sich einige der oft kurzen Lebens- und Leidensgeschichten von Opfern der Euthanasie. Es sind erschütternde Berichte, in mühevoller Kleinarbeit recherchiert von Journalisten, Historikern und zunehmend auch Angehörigen im Rahmen der Familienforschung.

Jede einzelne Geschichte ist es Wert, gelesen zu werden, denn hinter ihnen steckt das Schicksal von Menschen, die gequält und ermordet wurden. Die Geschichten geben stellvertretend auch den vielen anonymen Opfern ein Gesicht.

Karte

Denkmal

Stolpersteine

In's Gesicht sehen

Aufarbeitung

Unterstützer

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok