geboren am 10. Januar 1888 im Dorf Kehl. Unmittelbar nach dem Beginn des Ersten Weltkriegs wurde der 26-Jährige in das Infanterie-Regiment Nummer 170 eingezogen. Er kämpfte an der Westfront, wo er schon am 8. September 1914 als vermisst gemeldet wurde. Alfred Rapp wurde verwundet gefunden und befand sich mindestens bis November 1914 in einem Lazarett. Welche Verletzungen er erlitten hatte, ist nicht bekannt, doch wurde er körperlich offenbar soweit wieder hergestellt, dass er zurück an die Front geschickt werden konnte. Im Oktober 1918, kurz vor Kriegsende, galt Alfred Rapp erneut als vermisst, tauchte erneut wieder auf und befand sich bis 1920 in einem Lager für Kriegsgefangene.
Offenbar kehrte er schwer traumatisiert nach Hause zurück. Wie es ihm in den Jahren danach erging, darüber konnten Ute Scherb und Uli Hillenbrand, Leiter der Zeitzeugen-AG am Einstein-Gymnasium, bei ihren Recherchen keine Informationen finden. Von Beruf war er Kaufmann, ob er als solcher wieder arbeiten konnte, ist auch der Familie nicht bekannt. Die nächste Spur von ihm findet sich in den Akten der Pflegeanstalt Rastatt, die 1934 gegründet worden war, um die vier badischen Anstalten zu entlasten, die ständig überbelegt waren. In Rastatt war Alfred Rapp spätestens seit Mai 1938 untergebracht. Ob er von Kehl aus dorthin gebracht wurde oder vorher bereits in einer anderen Pflegeanstalt war, ist unklar.
Sicher ist indes, dass alle Patienten aus Rastatt im September 1939 nach Zwiefalten evakuiert wurden. Dort fuhren am 31. Mai 1940 die berüchtigten grauen Busse vor und brachten Alfred Rapp zusammen mit mehr als 70 anderen Kranken nach Grafeneck, wo sie alle noch am selben Tag durch Gas ermordet wurden.