Gedenken an die Opfer der NS - Euthanasie
'Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist'

Wir wollen so vielen Opfern wie möglich ihre Identität wieder geben.


Alois Bauer war der Sohn eines Zimmerers und selbst ohne Berufsausbildung und verdingte sich als Tagelöhner. Straffällig geworden wurde Alois Bauer am 16. Juni 1934 aus dem Zuchthaus Straubing in die Pflegeanstalt der Barmherzigen Brüder in Straubing verlegt. Ohne Familie und ohne festen Wohnsitz wurden die Kosten der Unterbringung vom Landesführsorgeverband Schwaben getragen. Am 20. November 1940 wurde Alois Bauer in die Heil- und Pflegeanstalt Kaufbeuren verbracht. Als „Pflegefall“ und „nicht arbeitsfähig“ wurde Alois Bauer in die Nebenstelle Kloster Irsee weiterverlegt. Dort wurde von Dr. Lothar Gärtner am 3. Januar 1941 in der Krankenakte vermerkt: „wirrer Halluzinant“, „Schizophren“ und „voll von Wahnideen“. Schließlich wurde Alois Bauer am 4. Juni 1941 von Kloster Irsee in die Tötungsanstalt Hartheim verlegt und dort in der Gaskammer ermordet.

Quelle:

[1] Liste der Stolpersteine in Irsee [Stand 03.02.2019]

externer LinkDie Opfer

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden mit dem Ziel der Vernichtung „lebensunwertes Leben“ mehr als 350.000 Menschen zwangssterilisiert. Bis zu 6000 Frauen und ungefähr 600 Männer starben an den Folgen der Eingriffe, mehr als 300.000 weitere starben in den „Euthanasie“-Programmen.

Hier finden sich einige der oft kurzen Lebens- und Leidensgeschichten von Opfern der Euthanasie. Es sind erschütternde Berichte, in mühevoller Kleinarbeit recherchiert von Journalisten, Historikern und zunehmend auch Angehörigen im Rahmen der Familienforschung.

Jede einzelne Geschichte ist es Wert, gelesen zu werden, denn hinter ihnen steckt das Schicksal von Menschen, die gequält und ermordet wurden. Die Geschichten geben stellvertretend auch den vielen anonymen Opfern ein Gesicht.

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