Gedenken an die Opfer der NS - Euthanasie
'Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist'

Wir wollen so vielen Opfern wie möglich ihre Identität wieder geben.


Alois Gößl wird am 28.08.1891 als Sohn des Schlosserehepaars Alois und Marie Gößl in Karlstadt geboren und hat 5 Geschwister. Er besucht die Maschinenbauschule in Würzburg, ist gesund und erbringt gute Leistungen. Als Elektromonteur arbeitet er bei verschiedenen Firmen (Schuckert, Schott, Stöcker) und wird als fleißiger Arbeiter und Antialkoholiker beschrieben.
Nachdem er angeblich am 24.09.1910 in den Main sprang, erfolgen zwei kürzere Aufenthalte in der Psychiatrischen Universitätsklinik Würzburg: Vom 29.11.1910 bis zum 01.01.1911 und vom 17.01. bis zum 24.07.1911. Von hier aus kommt er in die Heil- und Pflegeanstalt Werneck, wo er bis zum 21.12.1913 bleibt. In den Jahren 1914 bis 1917 ist er im Gaswerk Würzburg beschäftigt. Danach folgen weitere Aufenthalte in Werneck: Vom 29.03. bis zum 29.05.1917, und vom 15.06. bis zum 09.11.1917. Die Krankengeschichte der Psychiatrischen Universitätsklinik Würzburg berichtet, dass er sich danach immer wieder mit Unterbrechungen in der Klinik befindet: Vom 09.11. bis zum 18.12.1917, vom 07.01.1918 bis zum 24.02.1919 und vom 14.04.1919 bis zum 02.01.1920. Zwischendurch hält er sich bei seiner Familie auf, die jedoch nicht mehr mit ihm zurechtkommt.
Schon ab 1918 kann er nicht mehr arbeiten und schläft meist am Tag. Er macht auch einen zunehmend verwirrten Eindruck. Seine Schwester fürchtet sich vor ihm. Schließlich kommt er am 02.01.1920 endgültig in die Heil- und Pflegeanstalt Werneck und bleibt dort bis man ihn am 19.11.1935 in die Pflegeanstalt Römershag überführt. Ab dem 01.10.1938 befindet er sich wieder in Werneck. Die Briefe der Eltern zeigen, dass sie sich während all der Jahre um ihn gekümmert haben. Im Zuge der Räumung von Werneck wird er am 04.10.1940 in die Heil- und Pflegeanstalt Lohr verlegt. In einem Gutachten aus Lohr wird berichtet, dass er seit 1909 geistig verändert war. Er glaubte sich verfolgt und wurde gewalttätig. Von Lohr überführt man ihn am 12.10.1940 in die Wohltätigkeits- und Pflegeanstalt der Barmherzigen Brüder Reichenbach/Opf.. Am 17.05.1941 kommt er mit einem Sammeltransport von Reichenbach in die Niederbay. Kreis-Heil-und Pflegeanstalt Mainkofen, wird mit dem T4-Transport Nr. 4 am 27.06.1941 in die Tötungsanstalt Hartheim bei Linz verlegt und vermutlich am selben Tag ermordet.

Quellen:

[1] https://www.mainpost.de/regional/wuerzburg/Euthanasie-in-Wuerzburg-Stolpersteine-fuer-Nazi-Opfer;art735,8569608 [Stand 31.03.2016]

[2] http://www.stolpersteine-wuerzburg.de [Stand 31.03.2016]

externer LinkDie Opfer

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden mit dem Ziel der Vernichtung „lebensunwertes Leben“ mehr als 350.000 Menschen zwangssterilisiert. Bis zu 6000 Frauen und ungefähr 600 Männer starben an den Folgen der Eingriffe, mehr als 300.000 weitere starben in den „Euthanasie“-Programmen.

Hier finden sich einige der oft kurzen Lebens- und Leidensgeschichten von Opfern der Euthanasie. Es sind erschütternde Berichte, in mühevoller Kleinarbeit recherchiert von Journalisten, Historikern und zunehmend auch Angehörigen im Rahmen der Familienforschung.

Jede einzelne Geschichte ist es Wert, gelesen zu werden, denn hinter ihnen steckt das Schicksal von Menschen, die gequält und ermordet wurden. Die Geschichten geben stellvertretend auch den vielen anonymen Opfern ein Gesicht.

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