Gedenken an die Opfer der NS - Euthanasie
'Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist'

Wir wollen so vielen Opfern wie möglich ihre Identität wieder geben.


Annelore Juliane Benning kam am 30.09.1940 zur Welt. Ihre Mutter war die ledige Köchin Maria Benning (später verh. Gössling), die bis zum August 1941 an der Gildewart 12 wohnte. Danach zog die Mutter nach Düsseldorf. Vermutlich gab sie Annelore Juliane Benning vor ihrem Umzug in das Waisenhaus St. Johann. Von dort wurde das Kind am 31.5.1943 in die "Kinderfachabteilung" der Landes-Heil- und Pflegeanstalt Lüneburg "verlegt", wo sie am 1. Mai 1944 verstarb. Als offizielle Todesursache wurde "chronische Bronchitis" angegeben. Sie wurde als "tiefstehendes Kind" bezeichnet, welches keinerlei Entwicklung durchlaufe. Annelore Juliane Benning ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein Opfer der "Kinder-Aktion", d.h. Opfer eines NS-Verbrechens in der Psychiatrie im Zweiten Weltkrieg in Deutschland. In der "Kinderfachabteilung" Lüneburg wurden 350 Kinder ermordet, welche zuvor als unheilbar krank eingestuft worden waren. 

Quellen:

[1]„Warum konnten wir die Kinder nicht schützen?" [Stand 02.03.2019]

[2] http://www.st-johann-behindertenhilfe.de [Stand 02.03.2019]

[3] https://www.tracesofwar.com [Stand 02.03.2019] 

externer LinkDie Opfer

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden mit dem Ziel der Vernichtung „lebensunwertes Leben“ mehr als 350.000 Menschen zwangssterilisiert. Bis zu 6000 Frauen und ungefähr 600 Männer starben an den Folgen der Eingriffe, mehr als 300.000 weitere starben in den „Euthanasie“-Programmen.

Hier finden sich einige der oft kurzen Lebens- und Leidensgeschichten von Opfern der Euthanasie. Es sind erschütternde Berichte, in mühevoller Kleinarbeit recherchiert von Journalisten, Historikern und zunehmend auch Angehörigen im Rahmen der Familienforschung.

Jede einzelne Geschichte ist es Wert, gelesen zu werden, denn hinter ihnen steckt das Schicksal von Menschen, die gequält und ermordet wurden. Die Geschichten geben stellvertretend auch den vielen anonymen Opfern ein Gesicht.

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