Gedenken an die Opfer der NS - Euthanasie
'Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist'

Wir wollen so vielen Opfern wie möglich ihre Identität wieder geben.


Charlotte Regenthal wurde am 13. Dezember 1939 in Wunstorf geboren. Das Wohlfahrtsamt Neustadt erfuhr von einer Beeinträchtigung und beantragte eine Aufnahme des fast dreijährigen Kindes in die Anstalt Lüneburg.

Grundlage dafür war eine Mitteilung des Gesundheitsamtes Neustadt vom 16. September 1942 an den Landrat. Darin stellt das Gesundheitsamt fest:
„Das Kind Charlotte Regenthal ... leidet an einer schweren Littleschen Erkrankung. Trotz des Alters von beinahe 3 Jahren kann es weder stehen, noch laufen, noch ein Wort sprechen. ... Da die Mutter das Kind nicht länger pflegen kann, ist es notwendig, daß das Kind einer Anstalt (Heil- u. Pflegeanstalt Lüneburg) zugeführt wird.”

Am Tag der Aufnahme am 11. November 1942 heißt es in der „Krankengeschichte”: „Wird heute von der Mutter in der Kinderkarre liegend zur Aufnahme in die Anstalt gebracht. Haus 25  II.”

Art und Inhalte der Einträge in der Patientenakte zeigen, dass das Mädchen in der „Kinderfachabteilung” Lüneburg als unheilbar, dauerhaft schwer krank und pflegebedürftig angesehen wurde. Damit gehörte es zu den Fällen, die typischerweise als Opfer der „Kinder-Aktion” vorgesehen waren.

Charlotte ist also mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in der „Kinderfachabteilung” Lüneburg getötet worden.

Quelle:

[1] Psychatrische Klinik Lüneburg, „Euthanasie"-Gedenkstätte Lüneburg, https://www.pk.lueneburg.de/gedenkstaette/ [Stand 02.09.2015]

[2] https://www.abendblatt.de/region/lueneburg/article106756683/Wenn-Wunden-zu-Perlen-werden.html [Stand 05.02.2019]

[3] Stolpersteine Lüneburg, http://www.stolpersteine-lueneburg.de/ [Stand 05.02.2019]

externer LinkDie Opfer

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden mit dem Ziel der Vernichtung „lebensunwertes Leben“ mehr als 350.000 Menschen zwangssterilisiert. Bis zu 6000 Frauen und ungefähr 600 Männer starben an den Folgen der Eingriffe, mehr als 300.000 weitere starben in den „Euthanasie“-Programmen.

Hier finden sich einige der oft kurzen Lebens- und Leidensgeschichten von Opfern der Euthanasie. Es sind erschütternde Berichte, in mühevoller Kleinarbeit recherchiert von Journalisten, Historikern und zunehmend auch Angehörigen im Rahmen der Familienforschung.

Jede einzelne Geschichte ist es Wert, gelesen zu werden, denn hinter ihnen steckt das Schicksal von Menschen, die gequält und ermordet wurden. Die Geschichten geben stellvertretend auch den vielen anonymen Opfern ein Gesicht.

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