Gedenken an die Opfer der NS - Euthanasie
'Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist'

Wir wollen so vielen Opfern wie möglich ihre Identität wieder geben.


Neumeier DieterDieter Neumaier war eines der vielen Kinder, die ermordet wurden. Über die Kinder ist meist am wenigsten bekannt – natürlich auch, weil ihre eigene Biografie nur so kurz war. Tatsächlich gab es auch Fälle, in denen Eltern ihre Kinder zur Ermordung gaben, weil sie sie loswerden wollten. Bei Dieter Neumaier war das aber in keiner Weise der Fall.
Dieter wuchs ganz normal auf, mit Eltern und zwei älteren Brüdern. Dann aber, zweijährig, fiel er 1935 bei Schloss Solitude auf der Schillerhöhe bei Stuttgart von einer hohen Treppe. Am Fuße der Treppe stand ein großer Hund. Nach diesem Erlebnis konnte er nur noch sehr undeutlich und stammelnd sprechen. Als dann 1936 seine Mutter an Tuberkulose verstarb, wurde Dieter von der NS-Frauenschaft aus der Familie genommen, um in einem Heim zu leben. Von dort wurde er im Dezember 1940 nach Grafeneck gebracht und ermordet, wahrscheinlich am 12. Dezember. Auch in seinem Fall, wie in vielen anderen, wurde die Familie angelogen, das Kind sei eines natürlichen Todes gestorben. Aber der Verdacht, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugehe, war sofort da.
Dieter Neumaier wurde 7 Jahr alt. Ein Junge mit einem Sprachfehler, den die Nationalsozialisten als „lebensunwert“ abstempelten und ermordeten.

Quelle:

[1] Planet Schule, Spuren der NS-Zeit, https://www.planet-schule.de [Stand 01.02.2019]

externer LinkDie Opfer

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden mit dem Ziel der Vernichtung „lebensunwertes Leben“ mehr als 350.000 Menschen zwangssterilisiert. Bis zu 6000 Frauen und ungefähr 600 Männer starben an den Folgen der Eingriffe, mehr als 300.000 weitere starben in den „Euthanasie“-Programmen.

Hier finden sich einige der oft kurzen Lebens- und Leidensgeschichten von Opfern der Euthanasie. Es sind erschütternde Berichte, in mühevoller Kleinarbeit recherchiert von Journalisten, Historikern und zunehmend auch Angehörigen im Rahmen der Familienforschung.

Jede einzelne Geschichte ist es Wert, gelesen zu werden, denn hinter ihnen steckt das Schicksal von Menschen, die gequält und ermordet wurden. Die Geschichten geben stellvertretend auch den vielen anonymen Opfern ein Gesicht.

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