Gedenken an die Opfer der NS - Euthanasie
'Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist'

Wir wollen so vielen Opfern wie möglich ihre Identität wieder geben.


Arzt in der "zweiten Mordphase" (1942-1945) in Hadamar

In den Jahren 1942 bis 1945 war Dr. Wahlmann der einzige Arzt in Hadamar. Er wurde am 10. Dezember 1876 geboren und kam 1905 als Psychiater zum Bezirksverband Nassau, dem Träger u.a. der Landesheilanstalt Hadamar. Er gehörte zu den Reformpsychiatern, die nach neuen Behandlungsmethoden suchten. Zuletzt war er in der Landesheilanstalt Hadamar tätig, als er sich 1936 aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand versetzen ließ. Im Juni 1940 wurde Dr. Wahlmann wegen des herrschenden Ärztemangels wieder reaktiviert und als Oberarzt in die Landesheilanstalt Weilmünster geschickt. Nach zwei Jahren wurde er nach Hadamar versetzt, wo er in der Stellung eines Chefarztes am 5. August 1942 seinen Dienst antrat.
Dr. Wahlmann war für die Auswahl der Mordopfer verantwortlich. Er entschied morgens gemeinsam mit Oberschwester und Oberpfleger, welche Patientinnen und Patienten von der Nachtschicht die tödlichen Medikamente erhalten sollten.
Dr. Wahlmann stand in zwei Nachkriegsprozessen 1945 und 1947 vor Gericht. 1945 wurde er zu lebenslanger Haft verurteilt. 1947 erhielt er die Todesstrafe. Sie wurde mit Gründung der Bundesrepublik (1949) in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt. Dr. Wahlmann wurde begnadigt und 1953 entlassen. Er verstarb am 6. Oktober 1961.

Quelle: http://www.gedenkstaette-hadamar.de [Stand 28.07.2015]

Den Tätern soll hier kein Denkmal gesetzt werden, wir wollen die Verantwortlichen benennen, damit sie nicht im Dunkel der Zeit verschwinden.

externer LinkDie Täter

Beim Nürnberger „Ärzte-Prozess“ wurden die Haupttäter der „Euthanasie“, derer man noch habhaft werden konnte, zum Tode verurteilt. Einige der Täter hatten sich der Verantwortung jedoch durch Selbstmord entzogen, andere waren untergetaucht.

Neben den Haupttätern gab es jedoch noch hunderte von Ärzten, Pflegern, Schwestern und weiteren Helfern, die aktiv an der „Euthanasie“ mitgeholfen haben. Diese wurden teilweise in der BRD und der DDR vor Gericht gestellt. Die juristische Aufarbeitung erfolgte in zahlreichen Verfahren. Einige der Täter (selbst der zum Tode verurteilten!) wurden später jedoch begnadigt und konnten dann ein „normales“ Leben führen. Viele Täter jedoch wurden gar nicht erst juristisch belangt, so z.B. die Ober-„Gutachter“ der Kinder-„Euthanasie“.

 

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Denkmal

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