Gedenken an die Opfer der NS - Euthanasie
'Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist'

Wir wollen so vielen Opfern wie möglich ihre Identität wieder geben.


*25.6.1883 in Hall i.T., +13.5.1957 in Hall i.T.

Ärztlicher Direktor in Hall von 1925 bis 1950

 

Ernst KlebelsbergKlebelsberg absolvierte sein Medizinstudium in Innsbruck und trat 1910 unter Dr. Josef Offer in den Dienst der "Landesheilanstalt" ein. 1925 übernahm er die Leitung der Anstalt. Die Einführung damals moderner Therapien wie Malaria- und Insulinkur oder Elektroschocktherapie wird in diversen Nachrufen seiner Initiative zugeschrieben. Während der NS-Zeit war Klebelsberg weiterhin ärztlicher Leiter. Als im Dezember 1940 erstmals PatientInnen im Zuge der NS-"Euthanasie" aus der Anstalt abtransportiert werden sollten, protestierte er dagegen gemeinsam mit dem Vorstand der Psychiatrischen Klinik Innsbruck, Dr. Helmut Scharfetter. Nach seiner Einschätzung waren viele der "angeforderten" PatientInnen nicht unheilbar krank oder wurden von der Anstalt auf Grund ihrer Arbeitsleistung gebraucht. Daraufhin wurde ihm zugestanden, heilbare und arbeitsfähige PatientInnen von den Listen zu streichen. Etwa 80 PatientInnen entgingen somit dem sicheren Tod. Trotz seiner ablehnenden Haltung gegenüber der "Euthanasie", kam für ihn eine Kündigung nicht in Frage, wie er nach Kriegsende erklärte. Er glaubte durch seinen Verbleib Schlimmeres verhindern zu können. Allerdings übernahm er so in dem System der Selektion und Vernichtung eine Form der Verantwortung, die er wohl niemals anstrebt hatte. Von seiner Stellungnahme hing nicht nur ab, wer gerettet, sondern auch, wer vernichtet wurde. In einem Strafprozess nach Kriegsende wurde als Hauptverantwortlicher für die Oranisation und Durchführung der "Euthanasie"-Transporte in Tirol und Vorarlberg Dr. Hans Czermak zu 8 Jahren Gefängnis verurteilt. Klebelsberg sagte als Hauptzeuge aus, seine strafrechtliche Unschuld wurde vom Gericht festgestellt. 1950 trat er nach 40-jähriger Dienstzeit in den Ruhestand.

Quelle: http://psychiatrische-landschaften.net [Stand: 25.07.2015]

externer LinkDie Täter

Beim Nürnberger „Ärzte-Prozess“ wurden die Haupttäter der „Euthanasie“, derer man noch habhaft werden konnte, zum Tode verurteilt. Einige der Täter hatten sich der Verantwortung jedoch durch Selbstmord entzogen, andere waren untergetaucht.

Neben den Haupttätern gab es jedoch noch hunderte von Ärzten, Pflegern, Schwestern und weiteren Helfern, die aktiv an der „Euthanasie“ mitgeholfen haben. Diese wurden teilweise in der BRD und der DDR vor Gericht gestellt. Die juristische Aufarbeitung erfolgte in zahlreichen Verfahren. Einige der Täter (selbst der zum Tode verurteilten!) wurden später jedoch begnadigt und konnten dann ein „normales“ Leben führen. Viele Täter jedoch wurden gar nicht erst juristisch belangt, so z.B. die Ober-„Gutachter“ der Kinder-„Euthanasie“.

 

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