Gedenken an die Opfer der NS - Euthanasie
'Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist'

Wir wollen so vielen Opfern wie möglich ihre Identität wieder geben.


*27.11.1895 in Ober Lazisk; † 5.4.1966 in Heitersheim
Direktor der Gauheilanstalt Tiegenhof

Victor RatkaRatka war ein deutsch-polnischer Psychiater und T4-Gutachter, somit tief in die NS-Euthanasieverbrechen involviert.

Ratka, ein aus Schlesien stammender volksdeutscher Psychiater, war ab 1928 als Oberarzt an der polnischen Anstalt Lublinitz beschäftigt. Ab 1934 war er Direktor der polnischen Anstalt Dziekanka bei Gnesen, die nach dem deutschen Überfall auf Polen am 11. September 1939 in Gauheilanstalt Tiegenhof umbenannt wurde. Ratka konnte nach der deutschen Besetzung Polens im Amt bleiben, da er mit den deutschen Besatzern kollaborierte.

Zunächst wurden über 1000 polnische Anstaltsinsassen durch das Sonderkommando Lange in Gaswagen ermordet. Nach dem Ende der ersten Mordphase wurden ab Ende 1941 Anstaltsinsassen aus dem Altreich nach Tiegenhof verlegt und dort durch Nahrungsentzug und Gaben tödlicher Medikamentencocktails ermordet.

Ratka war ab dem 10. September 1941 für einige Zeit bei der Zentraldienststelle T4 als T4-Gutachter für „Selektionen“ von Kranken und Behinderten tätig. Er nahm auch im Rahmen der Aktion 14f13 an Selektionen arbeitsunfähiger Häftlinge in den Konzentrationslagern teil, die nach ihrer Aussonderung ermordet wurden. Ratka gehörte ab 1943 der NSDAP an.

Kurz vor der Einnahme der Gauheilanstalt Tiegenhof durch die Rote Armee setzte sich Ratka im Januar 1945 ins Altreich ab und befand sich bei Kriegsende in der Anstalt Pfaffenrode bei Mühlhausen/Thüringen. Im März 1949 floh er aus der Sowjetischen Besatzungszone nach Wabern in Nordhessen. Ratka wurde im Rahmen der Entnazifizierung in Kassel als „Mitläufer“ eingestuft. Er lebte schließlich als Pensionär in Baden. Gegen Ratka erging am 8. August 1961 Haftbefehl wegen seiner Beteiligung an der Aktion 14f13. Er galt als haftunfähig. Das Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Freiburg gegen Ratka, der Morde in Tiegenhof bestritt, wurde nach seinem Tod eingestellt.

Quelle: Wikipedia, https://de.wikipedia.org/wiki/Victor_Ratka [Stand 18.08.2015]

externer LinkDie Täter

Beim Nürnberger „Ärzte-Prozess“ wurden die Haupttäter der „Euthanasie“, derer man noch habhaft werden konnte, zum Tode verurteilt. Einige der Täter hatten sich der Verantwortung jedoch durch Selbstmord entzogen, andere waren untergetaucht.

Neben den Haupttätern gab es jedoch noch hunderte von Ärzten, Pflegern, Schwestern und weiteren Helfern, die aktiv an der „Euthanasie“ mitgeholfen haben. Diese wurden teilweise in der BRD und der DDR vor Gericht gestellt. Die juristische Aufarbeitung erfolgte in zahlreichen Verfahren. Einige der Täter (selbst der zum Tode verurteilten!) wurden später jedoch begnadigt und konnten dann ein „normales“ Leben führen. Viele Täter jedoch wurden gar nicht erst juristisch belangt, so z.B. die Ober-„Gutachter“ der Kinder-„Euthanasie“.

 

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