Gedenken an die Opfer der NS - Euthanasie
'Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist'

Wir wollen so vielen Opfern wie möglich ihre Identität wieder geben.


Eduard V. war Steinmetz und Gelegenheitsarbeiter. 1917 erstmals Einweisung in die Heil- und Pflegeanstalt Erlangen. Mehrfach kurze Wiedereinweisung, 2 Haftstrafen wegen Zechprellerei. März 1935 endgültige Einweisung, leidet an schwerer Hornhauttrübung. Verliebt sich verbotener Weise in eine Patientin und schreibt ihr heimlich Briefe. Unternimmt in der Folgezeit verschiedene Versuche aus der Anstalt herauszukommen.
Die Akten beschreiben ihn als renitenten, lügnerischen und hinterhältigen Patienten, mehrfach wird er auf eine Strafstation verlegt. Letzter Akteneintrag von 30.10.1940: „Sieht offenbar noch recht gut, fällt nicht weiter auf, hält sich still zurück und fügt sich notgedrungen in die Ordnung.“
5.11.1940 Transport in die Tötungsanstalt Pirna/Sonnenstein 

externer LinkDie Opfer

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden mit dem Ziel der Vernichtung „lebensunwertes Leben“ mehr als 350.000 Menschen zwangssterilisiert. Bis zu 6000 Frauen und ungefähr 600 Männer starben an den Folgen der Eingriffe, mehr als 300.000 weitere starben in den „Euthanasie“-Programmen.

Hier finden sich einige der oft kurzen Lebens- und Leidensgeschichten von Opfern der Euthanasie. Es sind erschütternde Berichte, in mühevoller Kleinarbeit recherchiert von Journalisten, Historikern und zunehmend auch Angehörigen im Rahmen der Familienforschung.

Jede einzelne Geschichte ist es Wert, gelesen zu werden, denn hinter ihnen steckt das Schicksal von Menschen, die gequält und ermordet wurden. Die Geschichten geben stellvertretend auch den vielen anonymen Opfern ein Gesicht.

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