Gedenken an die Opfer der NS - Euthanasie
'Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist'

Wir wollen so vielen Opfern wie möglich ihre Identität wieder geben.


Elisa R. war Näherin und Haushaltshilfe. 28.3.1939 endgültige Einweisung in die Heil- und Pflegeanstalt Erlangen.
Laut Krankenakten benimmt sie sich immer wieder auffällig. Sie sei rauflustig, frech und anmaßend, mache sich an die Männer heran und lasse sich Zigaretten geben. Sie wird mehrfach auf eine Strafstation verlegt.
Letzter Akteneintrag vom 3.11.1940:
„Die Kranke ist nun doch nicht wie beabsichtigt mit dem Transport mitgekommen. Sie führt sich, nachdem dieses drohende Moment überwunden ist, wieder sehr ungebührlich auf.“
22.11.1940 Transport in die Tötungsanstalt Hartheim 

externer LinkDie Opfer

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden mit dem Ziel der Vernichtung „lebensunwertes Leben“ mehr als 350.000 Menschen zwangssterilisiert. Bis zu 6000 Frauen und ungefähr 600 Männer starben an den Folgen der Eingriffe, mehr als 300.000 weitere starben in den „Euthanasie“-Programmen.

Hier finden sich einige der oft kurzen Lebens- und Leidensgeschichten von Opfern der Euthanasie. Es sind erschütternde Berichte, in mühevoller Kleinarbeit recherchiert von Journalisten, Historikern und zunehmend auch Angehörigen im Rahmen der Familienforschung.

Jede einzelne Geschichte ist es Wert, gelesen zu werden, denn hinter ihnen steckt das Schicksal von Menschen, die gequält und ermordet wurden. Die Geschichten geben stellvertretend auch den vielen anonymen Opfern ein Gesicht.

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