Gedenken an die Opfer der NS - Euthanasie
'Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist'

Wir wollen so vielen Opfern wie möglich ihre Identität wieder geben.


geboren am 7. Mai 1927 in Sondershausen-Bebra, zunächst wohnhaft in Gispersleben-Kilian, Wilhelmstraße 27, wird zu einem unbekannten Zeitpunkt in den Pfeifferschen Stiftungen Magdeburg-Cracau aufgenommen und von dort am 30. Mai 1941 „verlegt“ in die Landesheilanstalt Uchtspringe. Er kommt am 3. Juli 1941 in Uchtspringe ums Leben – ein Opfer des „Euthanasie“-Programms der Nationalsozialisten.

Georg Holzhäuser ist der Sohn des Malers Otto Franz Gustav Paul Holzhäuser und seiner Ehefrau Elise Hedwig Martha geborene Rösler.

Die Eltern heiraten 1924, Georg hat einen älteren Bruder und zwei jüngere Schwestern, von denen eine früh stirbt. Familie Holzhäuser ist evangelisch. Nach Unterlagen aus Sondershausen wohnt die Familie bei der Geburt von Georg in Sondershausen-Bebra. Aus den Unterlagen ist auch zu erfahren, dass die Mutter 1939 wieder heiratet undin ihrer zweiten Ehe 1941 noch einen Sohn bekommt.

Die Ehe der Eltern von Georg wird also geschieden, und der Vater zieht irgendwann nach Gispersleben-Kilian (bei Erfurt). Dieser Ort wird 1941 im Sterbebuch von Uchtspringe auch als Heimatort von Georg Holzhäuser angegeben. Dort wird auch festgestellt, dass die Mutter verstorben ist. Wenn beides stimmt, dass sie 1941 noch einen Sohn bekommt und dass sie im Juli 1941 verstorben ist, ist sie vermutlich in den ersten Monaten des Jahres 1941 verstorben.

Wann Georg Holzhäuser in die Pfeifferschen Stiftungen eingewiesen wird, ist bisher unbekannt. Auch,aufgrund welcher Krankheit er dorthin kommt. Wahrscheinlich wird er im Kaiserhaus gewohnt haben.

Mit vielen anderen Pfleglingen aus den Pfeifferschen Stiftungen wird er am 30. Mai 1941 in die Landesheilanstalt Uchtspringe „verlegt“. Darüber wird sein Vater in Gispersleben durch die Pfeifferschen Stiftungen in einem Brief vom 31. Mai 1941 informiert. Untergebracht ist der 14jährige im Gebäude 50. Leider befinden sich im Archiv keine Unterlagen über ihn. Vielleicht auch deswegen, weil er schon sechs Wochen nach der Verlegung um sein Leben gebracht wird. Als Todesursache nennt Dr. Beese „Katarrhalische Lungenentzündung“.

Über die Situation in Magdeburg und Uchtspringe finden sich weitere Informationen auf dem Gedenkblatt, das allgemein an die behinderten Frauen und Kinder aus den Pfeifferschen Stiftungen erinnert,die ermordet wurden.

Quellen:

[1] https://www.magdeburg-kongress.de [Stand 31.03.2016]

[2] Recherchen und Broschüre von Roswitha Hinz, „Den Opfern der Euthanasie“; Dr. Kriemhild Synder, „Die Landesheilanstalt Uchtspringe und ihre Verstrickung in nationalsozialistische Verbrechen“, in: Ute Hoffmann (Hrsg.): Psychiatrie des Todes: NS-Zwangsterilisation und „Euthanasie“ im Freistaat Anhalt und in der Provinz Sachsen. Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt, Magdeburg 2001, S. 75–96

[3] Standesamtarchiv Halle/S.

[4] Uchtspringe-Akten im Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt Magdeburg

[5] Stadtarchiv und Standesamt Sondershausen

externer LinkDie Opfer

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden mit dem Ziel der Vernichtung „lebensunwertes Leben“ mehr als 350.000 Menschen zwangssterilisiert. Bis zu 6000 Frauen und ungefähr 600 Männer starben an den Folgen der Eingriffe, mehr als 300.000 weitere starben in den „Euthanasie“-Programmen.

Hier finden sich einige der oft kurzen Lebens- und Leidensgeschichten von Opfern der Euthanasie. Es sind erschütternde Berichte, in mühevoller Kleinarbeit recherchiert von Journalisten, Historikern und zunehmend auch Angehörigen im Rahmen der Familienforschung.

Jede einzelne Geschichte ist es Wert, gelesen zu werden, denn hinter ihnen steckt das Schicksal von Menschen, die gequält und ermordet wurden. Die Geschichten geben stellvertretend auch den vielen anonymen Opfern ein Gesicht.

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