Gedenken an die Opfer der NS - Euthanasie
'Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist'

Wir wollen so vielen Opfern wie möglich ihre Identität wieder geben.


Ideen zur Sterilisation waren kein grundsätzliches Gedankengut der Nationalsozialisten.Es gab weltweit eine Disskussion zu diesem Thema im Zuge der Eugenetik. Diese bezeichnet seit 1883 die Anwendung theoretischer Konzepte auf die Bevölkerungs- und Gesundheitspolitik mit dem Ziel, den Anteil positiv bewerteter Erbanlagenzu vergrößern (positive Eugenik) und den negativ bewerteter Erbanlagen zu verringern (negative Eugenik).

Es gab dazu diverse Fachartikel in medizinischen Fachjournalen und auch juristische Diskussionen, die Eingang in das politische Denken fanden. In der Weimarer Republik gab es Vorstöße auf landesparlamentarischer Ebene, Gesetze zur Sterilisation durchzusetzen. Aber auch kirchliche Verbände waren diesem Anliegen durchaus positiv gesonnen. Diese Versuche scheiterten an der Reichsregierung, die solchen Gesetzesvorlagen eine Abfuhr erteilte. Diese Thematik wurde damals nicht nur in Fachkreisen diskutiert, auch die breite Öffentlichkeit hatte durch vielseitige Berichte in der Presse der damaligen Zeit einen gewissen Grad an Informationen. Es gibt zwar keine demographischen Zahlen, doch wenn man den ‚Blätterwald’ der damaligen Zeit zugrunde legt, kann man von mindestens einem Drittel der Zustimmung innerhalb der Gesellschaft ausgehen.

Den Begriff Eugenik prägte der britische Anthropologe Francis Galton. Eugenische Betrachtungen waren in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts weitverbreitet und wurden breit diskutiert. In Großbritannien führten insbesondere der Burenkrieg, bei dem schwerwiegende Probleme aufgrund des Mangels an tauglichen Rekruten, außenpolitischen Bedeutungsverlustängsten und innenpolitischen Degenerationsvorstellungen im Umfeld des ersten unter den Bedingungen der Massendemokratie geführten englischen Krieges zusammenkamen, zur Formierung einer aktiven Eugenikbewegung. In der populären gesellschaftspolitischen Diskussion spielen bis heute biologistische Interpretationen der Vererbungslehre sowohl nach Mendel als auch verhaltensorientierter Prägung in der Tradition des Lamarckismus eine wichtige Rolle. 

 

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