Frieda Fiebiger (* 8. Juni 1912 in Bergedorf; † 10. Juni 1945 in Wien) war ein Opfer der nationalsozialistischen Euthanasieverbrechen. Wegen ihrer Behinderung infolge einer spastischen Lähmung wurde sie 1925 im Alter von 13 Jahren in die Alsterdorfer Anstalten eingewiesen. Sie hatte zwar Schwierigkeiten beim Sprechen und konnte nicht gehen, litt aber an keiner geistigen Behinderung. Nach den schweren Bombenangriffen auf Hamburg im Juli/August 1943 (Operation Gomorrha) wurde sie am 16. August 1943 zusammen mit 227 anderen Patientinnen, darunter fünf Bergedorferinnen, in die Wiener Heil- und Pflegeanstalt Steinhof mit der angeschlossenen Tötungsanstalt Spiegelgrund verbracht. Ende 1944 schrieb sie heimlich einen Brief an eine Krankenschwester der Alsterdorfer Anstalten, die sie mit „Tante Alwine“ anredete. Darin beschrieb sie die menschenunwürdige Unterbringung in Haus 21, die unzureichende Ernährung, sowie, dass die behinderten Kinder zur Arbeit gezwungen wurden. Frieda Fiebiger starb zwei Monate nach der Befreiung Wiens am 10. Juni 1945 „in vollkommen entkräftetem Zustand“ im Steinhof. Friedas Mutter erkundigte sich im März 1946 bei dem NS-belasteten ehemaligen Leiter der Alsterdorfer Anstalten, Pastor Friedrich Lensch nach dem Verbleib und dem Ergehen ihrer Tochter. Nachdem dieser noch behauptet hatte, dass es ihr in Wien vermutlich gut ergehe, erhielt die Mutter im Juni 1946 einen Brief der Anstalt Am Steinhof mit der Nachricht über Friedas Tod.