In der für ihre humanistische Tradition berühmten ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt Pirna-Sonnenstein ermordeten die Nationalsozialisten in den Jahren 1940/41 rund 13720 vorwiegend psychisch kranke und geistig behinderte Menschen. Sie wurden im Rahmen der nationalsozialistischen Krankenmorde, der sogenannten „Aktion T4“, in einer Gaskammer umgebracht. Weiterhin starben an diesem Ort im Sommer 1941 mehr als tausend Häftlinge aus nationalsozialistischen Konzentrationslagern.

Erst seit 1989 drang der fast vergessene Massenmord allmählich in das öffentliche Bewusstsein. Bürgerinnen und Bürger der Stadt Pirna sowie Angehörige der Ermordeten engagierten sich seit 1991 im „Kuratorium Gedenkstätte Sonnenstein e.V.“ für die Einrichtung einer Gedenkstätte. Im Juni 2000 wurde die Gedenkstätte am historischen Ort eingeweiht. Seitdem erinnern der Gedenkbereich und eine Dauerausstellung an die Geschichte dieses Ortes während des Nationalsozialismus.

Im Zeitraum von 2012 bis 2017 erarbeitet die Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein ein sächsisches Gedenkbuch für alle Menschen, die den NS-Krankenmorden zum Opfer fielen. Das Buch soll diejenigen „Euthanasie“-Opfer verzeichnen, die aus Sachsen stammten oder in Sachsen getötet wurden. Über siebzig Jahre nach dem Beginn der Mordaktionen soll das Projekt endlich an alle betroffenen Frauen, Männer und Kinder in würdiger Form erinnern.

Quelle:

[1] https://www.stsg.de [Stand 20.06.2016]