Gedenken an die Opfer der NS - Euthanasie
'Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist'

Wir wollen so vielen Opfern wie möglich ihre Identität wieder geben.


Am 24. Juni 1885 in Cannstatt geboren, wächst Hermann Pflichthofer als jüngster von drei Söhnen auf. Er besucht die Oberrealschule, absolviert bei Firma Hesser eine Mechanikerlehre und besucht vier bis fünf Semester die Baugewerbeschule.

Es folgen erste Berufsjahre als Ingenieur bei Maschinenfabrik Esslingen, seit 1910 arbeitet er bei Bosch.

1911 heiratet Hermann Pflichthofer, seiner Ehe entstammen ein Sohn (Jg. 1913) und eine Tochter (Jg. 1922). Die Familie wohnt in der Wiesbadener Straße 5.

Seit 1915 ist Pflichthofer bei der Fliegerwerft Böblingen im Kriegsdienst, 1918 kehrt er auf seinen Arbeitsplatz bei Bosch zurück.

Er gilt als solide, pflichtbewusst und sehr religiös.

1923 erleidet er einen psychischen Zusammenbruch und wird erstmals ins Bürgerhospital aufgenommen. Es folgen vorübergehende Aufenthalte in den Heilanstalten Kennenburg und Göppingen, seit Januar 1926 lebt Hermann Pflichthofer in der Heilanstalt Winnental. Von dort wird er am 3. Juni 1940 nach Grafeneck „verlegt“ und ermordet.

Als wäre Hermann Pflichthofer eines natürlichen Todes gestorben, verzeichnet der Grabstein der Familie nur seine Lebensdaten.

 

Text: Rainer Redies, Cannstatter Stolperstein-Initiative

 

Quellen:

[1] Liste der Stolpersteine in Stuttgart [Stand 03.02.2019]

[2] Liste der Stolpersteine in Bad Cannstatt [Stand 03.02.2019]

[3] https://www.stolpersteine-cannstatt.de [Stand 03.02.2019]

 

Überarbeitet am 06.02.2019

externer LinkDie Opfer

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden mit dem Ziel der Vernichtung „lebensunwertes Leben“ mehr als 350.000 Menschen zwangssterilisiert. Bis zu 6000 Frauen und ungefähr 600 Männer starben an den Folgen der Eingriffe, mehr als 300.000 weitere starben in den „Euthanasie“-Programmen.

Hier finden sich einige der oft kurzen Lebens- und Leidensgeschichten von Opfern der Euthanasie. Es sind erschütternde Berichte, in mühevoller Kleinarbeit recherchiert von Journalisten, Historikern und zunehmend auch Angehörigen im Rahmen der Familienforschung.

Jede einzelne Geschichte ist es Wert, gelesen zu werden, denn hinter ihnen steckt das Schicksal von Menschen, die gequält und ermordet wurden. Die Geschichten geben stellvertretend auch den vielen anonymen Opfern ein Gesicht.

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