Gedenken an die Opfer der NS - Euthanasie
'Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist'

Wir wollen so vielen Opfern wie möglich ihre Identität wieder geben.


Hildegard Roth wird am 23. 05. 1910 als Tochter der Eheleute Josef Roth und seiner Frau Magdalena geb. Hilpert in Ochsenfurt/Main geboren. In welchem Jahr die Familie nach Würzburg zieht, ist nicht bekannt. Aus dem Personalbogen aus dem Jahr 1937 der Heil- und Pflegeanstalt Werneck erfahren wir Näheres: Der Vater Josef Roth war im Krieg gefallen und die Mutter Magdalena Metzger, verw. Roth, hatte wieder geheiratet und wohnt in der Brücknerstr. 8 in Würzburg. Hildegard Roth hat 6 Geschwister: der Bruder Otmar Roth wohnt mit der Mutter in Würzburg, Brücknerstr. 8, die Schwester Paula Reichert, geb. Roth, wohnt in Würzburg, Pleicherkirchgasse 6, sowie die Halbgeschwister Olga Metzger, Amanda Metzger, Willibald Metzger und Arthur Metzger. Hildegard Roth arbeitet und wohnt als Hausangestellte bei der Witwe Eva Behr, Wagnerplatz 3 in Würzburg bis sie am 28.08. 1936, veranlasst durch die Witwe Behr, von der Sanitätskolonne "auf der Bahre angeschnallt" in die Psychiatrische Universitätsklinik Würzburg gebracht wird. Als Grund wird "Tobsucht" angegeben. Am selben Tag wird der Bruder Otmar Roth zur Vorgeschichte seiner Schwester befragt: "Sie sei früher immer lebhaft und lustig und gerne in Gesellschaft gewesen. Sie war als Dienstmädchen beschäftigt und hat nebenbei Zeitungen ausgetragen. Seit einem Jahr zeige sie auffälliges Verhalten. Sie habe einen religiösen Wahn gehabt, viel und immer wieder in einem Buch gelesen, habe Gedichte über Hitler und Angehörige gemacht. Seit etwa einem 1/2 Jahr lebe sie ganz zurückgezogen, hat niemand mehr sehen wollen...Hat immer noch gearbeitet, heute morgen hat sie noch Zeitungen ausgetragen... In der letzten Nacht habe sie zu ihrer Hausfrau gesagt, sie würde verbrennen. Hat heute morgen gerade hinausgestiert und nichts gegessen. Habe dann plötzlich angefangen laut zu schreien." Soweit die Ausführungen des Bruders. Einen Monat später wird von der Psychiatrischen Universitätsklinik beim Erb-Gesundheits-Gericht der Antrag zur Sterilisation gestellt, der Beschluss erfolgt am 07. 01. 1937. Am 01.06.1937 wird Hildegard Roth "wegen Überfüllung der Abteilung" in die Heil- und Pflegeanstalt Werneck verlegt. Drei Jahre später, am 04.10.1940 wird sie dann "wegen Räumung der Anstalt verlegt nach..." wohin ist nicht vermerkt, aber man weiß, dass an diesem Datum, dem 04.10.1940, Patienten aus Werneck mit einem Sammeltransport in die Tötungsanstalt Hartheim b. Linz gebracht wurden. Vermutlich wird dort auch Hildegard Roth wie alle anderen noch am selben Tag ermordet. 

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