Gedenken an die Opfer der NS - Euthanasie
'Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist'

Wir wollen so vielen Opfern wie möglich ihre Identität wieder geben.


Am 21. April 1940 wird Ilse geboren. Am nächsten Tag schreibt die Hebamme die Meldung eines Falles von Klumpfüßen mit Mongolismus (zusammen mit einem Arzt, wohl dem Amtsarzt) und bekommt dafür die ihr zustehenden 2 Reichsmark. Der Fall wird am 8. Mai nach Berlin W 9, Postschließfach 101 (Reichsausschuss) gemeldet. Am 12. Juni meldet sich Dr. Wentzler vom Reichsausschuss, das Gesundheitsamt solle im Oktober über den geistigen Entwicklungsstand des Kindes berichten. Am 18. Oktober teilt das Gesundheitsamt dem Reichsausschuss mit: "Das Kind bietet heute deutlich das Erscheinungsbild der mongoloiden Idiotie." Am 3. Februar schickt der Reichsausschuss den üblichen, rotumrandeten Schnellbrief, einen Formbrief, in den lediglich Datum der Meldung, Namen und Adresse des Opfers sowie die zur Tötung vorgesehen Anstalt eingetragen werden..." Den ahnungslosen Eltern der Ilse werden auch sämtliche Kosten in der jetzigen Anstalt, die für Ilse entstehen bezahlt, selbst die Fahrtkosten. Die Eltern machten sich große Hoffnung, jedoch das Kind "stirbt" umgehend. 

externer LinkDie Opfer

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden mit dem Ziel der Vernichtung „lebensunwertes Leben“ mehr als 350.000 Menschen zwangssterilisiert. Bis zu 6000 Frauen und ungefähr 600 Männer starben an den Folgen der Eingriffe, mehr als 300.000 weitere starben in den „Euthanasie“-Programmen.

Hier finden sich einige der oft kurzen Lebens- und Leidensgeschichten von Opfern der Euthanasie. Es sind erschütternde Berichte, in mühevoller Kleinarbeit recherchiert von Journalisten, Historikern und zunehmend auch Angehörigen im Rahmen der Familienforschung.

Jede einzelne Geschichte ist es Wert, gelesen zu werden, denn hinter ihnen steckt das Schicksal von Menschen, die gequält und ermordet wurden. Die Geschichten geben stellvertretend auch den vielen anonymen Opfern ein Gesicht.

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