Gedenken an die Opfer der NS - Euthanasie
'Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist'

Wir wollen so vielen Opfern wie möglich ihre Identität wieder geben.


Josef Ostler war in seiner Schulzeit noch relativ unauffällig. Sein damaliger Freund, Georg Mathies (06.07.1924, Ottobeuren - 21.01.2016, St. Gallen), berichtete 2014, er sei zwar „auffällig“ gewesen, aber seine Mitgliedschaft in der Negus-Bande (1934 Gründungsmitglied, 1939 „ausgeschieden“) belegt, dass er aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnahm. Nach sechs Jahren Volksschule ging er kurz das Progymnasium in Memmingen, brach es aber im März 1939 ab - allerdings nicht aus gesundheitlichen Gründen, sondern weil er „in Griechisch und Mathematik nicht mitkam“.
Nur zwei Monate nach Beginn einer kaufmännischen Ausbildung (am 01.04.1939) an der „Handelsschule Merkur“ in Ulm, wurde er auffällig und nach Hause geschickt. Am 13.06. 1939 kam Ostler ins Krankenhaus Ottobeuren, am 15.06.1939 wurde er mit der Diagnose Schizophrenie in die Heil- und Pflegeanstalt Kaufbeuren eingewiesen. Nachdem er als „nicht fortpflanzungsgefährdet“ eingestuft wurde, entging er der Zwangssterilisation zwar, eine in Kaufbeuren entdeckte Tuberkulose-Erkrankung verschlimmerte sich allerdings so sehr, dass er am 29.10.1940 als „ungeheilt“ nach Ottobeuren entlassen wurde, wo er kurz darauf im Krankenhaus starb.

 

Quelle:

[1] http://www.ottobeuren-macht-geschichte.de [Stand: 05.10.2016]

externer LinkDie Opfer

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden mit dem Ziel der Vernichtung „lebensunwertes Leben“ mehr als 350.000 Menschen zwangssterilisiert. Bis zu 6000 Frauen und ungefähr 600 Männer starben an den Folgen der Eingriffe, mehr als 300.000 weitere starben in den „Euthanasie“-Programmen.

Hier finden sich einige der oft kurzen Lebens- und Leidensgeschichten von Opfern der Euthanasie. Es sind erschütternde Berichte, in mühevoller Kleinarbeit recherchiert von Journalisten, Historikern und zunehmend auch Angehörigen im Rahmen der Familienforschung.

Jede einzelne Geschichte ist es Wert, gelesen zu werden, denn hinter ihnen steckt das Schicksal von Menschen, die gequält und ermordet wurden. Die Geschichten geben stellvertretend auch den vielen anonymen Opfern ein Gesicht.

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