Gedenken an die Opfer der NS - Euthanasie
'Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist'

Wir wollen so vielen Opfern wie möglich ihre Identität wieder geben.


Boesel KarlDer 1867 in einem thüringischen Dorf nahe Nordhausen geborene Karl Bösel lebte seit 1892 in Bremen, wo er bis 1932 als Bauarbeiter tätig war. Die meiste Zeit wohnte Bösel, der unverheiratet blieb, in der Familie seines Bruders, zu der er, ebenso wie zu seinen weiteren Geschwistern, ein enges Verhältnis hatte. 1937, als 70jähriger, zog Karl Bösel in das Altenheim Egestorff Stiftung. Nur zwei Jahre später begann der Zweite Weltkrieg, das Altenheim wurde für Lazarettzwecke geräumt und der alte Herr zusammen mit 66 anderen Bewohnern und Bewohnerinnen in die Bremer Nervenklinik gebracht.

Bis Ende des Jahres wurden achtzehn der ehemaligen Egestorff-Bewohner aus der Klinik zu ihren Familien entlassen; weitere 31 verbrachten die letzten Tage ihres Lebens auf den Stationen der Nervenklinik, wo sie bis Juli 1943 starben. Drei Männer verlegte man im August 1942 in die "Heilanstalt" Hadamar, neun Männer und Frauen im Dezember 1943 in die "Heilanstalt" Meseritz-Obrawalde. Niemand von ihnen überlebte das Kriegsende.

Auch Karl Bösel schickten die Ärzte der Bremer Nervenklinik im Dezember 1943 nach Meseritz-Obrawalde, wo er nach wenigen Wochen, am 15.1.1944, im Alter von 77 Jahren starb.

Karl-Heinz Bösel, der den Großonkel in liebevoller Erinnerung hat, hat seine Lebensgeschichte recherchiert und dokumentiert. Sein Bericht endet mit den Worten: „Uns bleibt nur, Onkel Karl im Herzen zu behalten, solange wir leben.“

Verfasserin:
Gerda Engelbracht (2011)

 

Quelle:

[1] Stolpersteine Bremen, http://www.stolpersteine-bremen.de, [Stand 30.01.2019]

externer LinkDie Opfer

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden mit dem Ziel der Vernichtung „lebensunwertes Leben“ mehr als 350.000 Menschen zwangssterilisiert. Bis zu 6000 Frauen und ungefähr 600 Männer starben an den Folgen der Eingriffe, mehr als 300.000 weitere starben in den „Euthanasie“-Programmen.

Hier finden sich einige der oft kurzen Lebens- und Leidensgeschichten von Opfern der Euthanasie. Es sind erschütternde Berichte, in mühevoller Kleinarbeit recherchiert von Journalisten, Historikern und zunehmend auch Angehörigen im Rahmen der Familienforschung.

Jede einzelne Geschichte ist es Wert, gelesen zu werden, denn hinter ihnen steckt das Schicksal von Menschen, die gequält und ermordet wurden. Die Geschichten geben stellvertretend auch den vielen anonymen Opfern ein Gesicht.

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