Gedenken an die Opfer der NS - Euthanasie
'Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist'

Wir wollen so vielen Opfern wie möglich ihre Identität wieder geben.


Karl MainzingerKarl Mainzinger wurde am 3. September 1926 im Kreis Groß-Gerau geboren. Er hatte acht Geschwister, von denen drei jung gestorben waren. Karl litt im ersten Lebensjahr unter Krämpfen und hatte Gelbsucht. Seine Entwicklung war verzögert: er lernte erst mit zwei Jahren laufen und im sechsten Lebensjahr sprechen. 1937 wurde er in die Heilerziehungs- und Pflegeanstalt Scheuern bei Nassau eingewiesen. Hier stellte man ihm die Diagnose "Schwachsinn".
Im Januar 1939 wurde er in die Heil- und Pflegeanstalt Gießen gebracht. Neun Monate später kam er in die Heil- und Pflegeanstalt Philippshospital bei Darmstadt. Am 21. April 1941 wurde er in die Zwischenanstalt Weilmünster verlegt. Von hier erfolgte am 15. Mai 1941 sein Abtransport mit 86 weiteren Patienten nach Hadamar, wo er am selben Tag ermordet wurde. Er starb mit 15 Jahren.

 

 

Quelle:

[1] Gedenkstätte Hadamar [Stand 28.07.2015]

 

Überarbeitet 06.02.2019

externer LinkDie Opfer

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden mit dem Ziel der Vernichtung „lebensunwertes Leben“ mehr als 350.000 Menschen zwangssterilisiert. Bis zu 6000 Frauen und ungefähr 600 Männer starben an den Folgen der Eingriffe, mehr als 300.000 weitere starben in den „Euthanasie“-Programmen.

Hier finden sich einige der oft kurzen Lebens- und Leidensgeschichten von Opfern der Euthanasie. Es sind erschütternde Berichte, in mühevoller Kleinarbeit recherchiert von Journalisten, Historikern und zunehmend auch Angehörigen im Rahmen der Familienforschung.

Jede einzelne Geschichte ist es Wert, gelesen zu werden, denn hinter ihnen steckt das Schicksal von Menschen, die gequält und ermordet wurden. Die Geschichten geben stellvertretend auch den vielen anonymen Opfern ein Gesicht.

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