Gedenken an die Opfer der NS - Euthanasie
'Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist'

Wir wollen so vielen Opfern wie möglich ihre Identität wieder geben.


Karl Radlbeck kommt am 4. April 1884 als Sohn von Josef Radlbeck (1856 – 1900) und seiner Frau Emma geb. Koch, Jg. 1856, in Lahr zur Welt. Er wird ebenfalls Kaufmann wie sein Vater. Seine 1882 geborene Schwester Hedwig stirbt bereits 1915.
Sein 1889 geborener Bruder Hans wird Ingenieur und betreibt eine KFZ Werkstatt in der Bismarckstr. 1a auch nach dem Ende des 2. Weltkriegs. Er wird Mitglied der NSDAP und macht Karriere als Ortsgruppenführer. Hans Radlbeck erlangt regional traurige Berühmtheit, als er anlässlich der Reichspogromnacht die noch verbliebenen jüdischen Männer in Lahr "verhaftet", um sie zur "Milchzentrale", der früheren Filmpalette, zu bringen, von wo aus diese ins KZ Dachau verschleppt werden. Hier zeigt sich die Zerrissenheit innerhalb der Familie hinsichtlich der Überzeugung bzw. der geistig intellektuellen Haltung.
Im Wohnungsmeldebogen der Stadt Lahr finden wir für Karl Radlbeck den Hinweis „Illenau?“ Wann er in die Heil- und Pflegeanstalt Emmendingen eingewiesen wird, ist nicht bekannt. Auch existiert von ihm keine Krankenakte im Bundesarchiv Berlin. Auf der Transportliste vom 15. Juli 1940 ist Karl Radlbeck unter laufender Nr. 54 genannt. Wir können davon ausgehen, dass Karl Radlbeck an diesem Tag in Grafeneck ermordet wurde, spätestens einen Tag danach. Die Benachrichtigung von seinem Ableben erhält sein Bruder Hans von der Landes-Pflegeanstalt Brandenburg a. H., datiert auf den 5. August 1940. Darin heißt es, dass Karl Radlbeck in Folge eines heftigen epileptischen Anfalls am 3. August 1940 verstorben sei. Seine Urne wird am 17. August angefordert, am 23. August verschickt und kommt am 21. September 1940 in Lahr an.

Quelle:

[1] http://gardyruder.de [Stand 27.08.2015]

externer LinkDie Opfer

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden mit dem Ziel der Vernichtung „lebensunwertes Leben“ mehr als 350.000 Menschen zwangssterilisiert. Bis zu 6000 Frauen und ungefähr 600 Männer starben an den Folgen der Eingriffe, mehr als 300.000 weitere starben in den „Euthanasie“-Programmen.

Hier finden sich einige der oft kurzen Lebens- und Leidensgeschichten von Opfern der Euthanasie. Es sind erschütternde Berichte, in mühevoller Kleinarbeit recherchiert von Journalisten, Historikern und zunehmend auch Angehörigen im Rahmen der Familienforschung.

Jede einzelne Geschichte ist es Wert, gelesen zu werden, denn hinter ihnen steckt das Schicksal von Menschen, die gequält und ermordet wurden. Die Geschichten geben stellvertretend auch den vielen anonymen Opfern ein Gesicht.

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