Gedenken an die Opfer der NS - Euthanasie
'Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist'

Wir wollen so vielen Opfern wie möglich ihre Identität wieder geben.


Karoline Besel arbeitete seit ihrem 15. Lebensjahr als Dienstmädchen. 1906 heiratete sie in Berg/Thurgau den dort ortsansässigen Coiffeur Fritz Thomas, führte den gemeinsamen Haushalt und arbeitete im Friseurgeschäft ihres Mannes mit. 1916 wurde Karoline Thomas erstmals für vier Wochen im Sanatorium Kilchberg wegen Depressionen stationär behandelt. Am 12. August 1927 folgte eine Aufnahme wegen „plötzlicher Erregungszustände“ in die Psychiatrische Anstalt in Münsterlingen am Bodensee. Als deutsche Staatsbürgerin wurde Karoline Thomas am 23. Dezember 1927 in die Heil- und Pflegeanstalt Kaufbeuren verlegt. 1930 forderte die Stadt Berg ein Psychiatrisches Gutachten „zwecks Einleitung eines Bevormundungsverfahrens“ ein. Vom Kaufbeurer Gutachter wurde eine „Schizophrene Psychose“ diagnostiziert und empfahl eine Entmündigung wegen „Geistesschwäche“ auszusprechen. Eine Besserung ihres Gesundheitszustandes trat nicht ein und so wurde Karoline Thomas am 20. Juli 1931 nach Kloster Irsee überstellt. In der Krankenakte der Heil- und Pflegeanstalt Irsee wird „unruhiges Verhalten, Halluzinationen und Zerstörungen… Zeitweise etwas ruhiger“ notiert. Besuche ihres Ehemannes oder Ihrer Schwester sind nicht dokumentiert. Am 6. Mai 1932 bat Fritz Thomas letztmals postalisch um Auskunft über das Befinden von „Lina Besel geschiedene Frau Thomas“.
Karoline Thomas wurde am 27. August 1940 in die Tötungsanstalt Grafeneck verlegt und dort ermordet. 

Quelle:

[1] Liste der Stolpersteine in Irsee [Stand 03.02.2019]

externer LinkDie Opfer

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden mit dem Ziel der Vernichtung „lebensunwertes Leben“ mehr als 350.000 Menschen zwangssterilisiert. Bis zu 6000 Frauen und ungefähr 600 Männer starben an den Folgen der Eingriffe, mehr als 300.000 weitere starben in den „Euthanasie“-Programmen.

Hier finden sich einige der oft kurzen Lebens- und Leidensgeschichten von Opfern der Euthanasie. Es sind erschütternde Berichte, in mühevoller Kleinarbeit recherchiert von Journalisten, Historikern und zunehmend auch Angehörigen im Rahmen der Familienforschung.

Jede einzelne Geschichte ist es Wert, gelesen zu werden, denn hinter ihnen steckt das Schicksal von Menschen, die gequält und ermordet wurden. Die Geschichten geben stellvertretend auch den vielen anonymen Opfern ein Gesicht.

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