Gedenken an die Opfer der NS - Euthanasie
'Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist'

Wir wollen so vielen Opfern wie möglich ihre Identität wieder geben.


Am 18. März 1886 geboren, wuchs Marie-Caroline mit sechs Geschwistern auf. Nach der Schule war sie als Dienstmädchen tätig und war noch vor dem Ersten Weltkrieg zwei Jahre in Amerika. 1918 heiratet sie den Schlosser Eugen Eisenmann. Mit ihm und einem gemeinsamen Kind lebt sie in der Kissinger Straße 30. Sie gilt als gutmütig, verträglich, gesellig, manchmal aufgeregt. Wann erste Krankheitszeichen bei ihr auftraten, geht aus den Krankenakten nicht hervor. Als sie am 1. Dezember 1919 ins Bürgerhospital gebracht wird, zeigt sie sich um ihre diphteriekranke Tochter sehr besorgt. 1920 kommt sie in die Heilanstalt Winnental und wird von dort am 30. Mai 1940 nach Grafeneck „verlegt“ und ermordet. 

externer LinkDie Opfer

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden mit dem Ziel der Vernichtung „lebensunwertes Leben“ mehr als 350.000 Menschen zwangssterilisiert. Bis zu 6000 Frauen und ungefähr 600 Männer starben an den Folgen der Eingriffe, mehr als 300.000 weitere starben in den „Euthanasie“-Programmen.

Hier finden sich einige der oft kurzen Lebens- und Leidensgeschichten von Opfern der Euthanasie. Es sind erschütternde Berichte, in mühevoller Kleinarbeit recherchiert von Journalisten, Historikern und zunehmend auch Angehörigen im Rahmen der Familienforschung.

Jede einzelne Geschichte ist es Wert, gelesen zu werden, denn hinter ihnen steckt das Schicksal von Menschen, die gequält und ermordet wurden. Die Geschichten geben stellvertretend auch den vielen anonymen Opfern ein Gesicht.

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