Gedenken an die Opfer der NS - Euthanasie
'Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist'

Wir wollen so vielen Opfern wie möglich ihre Identität wieder geben.


Otto Miltenberger wird als unehelicher Sohn von Anna Girlande Manninger aus Mainz am 27.12.1903 in Würzburg geboren. Am 04.06.1904 heiratet sie den Eisenbahnobersekretär Philipp Miltenberger und der Sohn Otto wird legitimiert. Otto bekommt noch 3 Geschwister: Erna, geb. am 28.11.1904, Rudolf Karl Robert, geb. am 15.03.1908, gest. am 09.06.1908 und Karl Theodor, geb. am 19.10.1917. 1912 wird der Vater kurzfristig in Werneck untergebracht und Otto und seine Schwester Erna kommen am 18.12.1912 in die Marienanstalt, eine Anstalt für arbeitslose, alte und kranke Hausangestellte und Waisenkinder. Wie lange sie dort bleiben ist nicht bekannt. Nach einem Gefängnisaufenthalt des Vaters wegen Betrugs wird die Ehe der Eltern am 07.06.1922 rechtskräftig geschieden. Otto besucht die Pflichtfortbildungsschule und macht eine dreijährige Lehre als Elektromonteur bei der Firma Stöcker, die er mit der Gesellenprüfung abschließt. Ab dem 01.09.1922 ist Otto Miltenberger in Laufach gemeldet. Von dort meldet er sich aber schon am 06.02.1923 wieder nach Würzburg ab. Er berichtet, dass er sowohl in seinem Beruf als auch außerhalb gearbeitet hat. Zwischenzeitlich sei er immer wieder arbeitslos gewesen und habe viel getrunken. Vom 30.10.1930 bis zum 06.11.1930 und vom 24.02.1931 bis zum 18.06.1931 befindet er sich in der Psychiatrischen Universitätsklinik Würzburg. Von hier aus kommt er direkt in die Heil- und Pflegeanstalt Werneck. Im Zuge der Räumung von Werneck wird er am 05.10.1940 in die Heil- und Pflegeanstalt Lohr gebracht. Mit 100 weiteren Patienten transportiert man ihn am 13.11.1940 in die Zwischenanstalt Weinsberg/Baden-Württemberg, von wo aus er am 10.12.1940 in die Tötungsanstalt Grafeneck gebracht und wohl noch am selben Tag ermordet wird.

externer LinkDie Opfer

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden mit dem Ziel der Vernichtung „lebensunwertes Leben“ mehr als 350.000 Menschen zwangssterilisiert. Bis zu 6000 Frauen und ungefähr 600 Männer starben an den Folgen der Eingriffe, mehr als 300.000 weitere starben in den „Euthanasie“-Programmen.

Hier finden sich einige der oft kurzen Lebens- und Leidensgeschichten von Opfern der Euthanasie. Es sind erschütternde Berichte, in mühevoller Kleinarbeit recherchiert von Journalisten, Historikern und zunehmend auch Angehörigen im Rahmen der Familienforschung.

Jede einzelne Geschichte ist es Wert, gelesen zu werden, denn hinter ihnen steckt das Schicksal von Menschen, die gequält und ermordet wurden. Die Geschichten geben stellvertretend auch den vielen anonymen Opfern ein Gesicht.

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