Gedenken an die Opfer der NS - Euthanasie
'Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist'

Wir wollen so vielen Opfern wie möglich ihre Identität wieder geben.


Paul Binder wird am 10.06.1886 in Würzburg als 3.Kind der Kaufmannseheleute Johann Georg und Maria Binder geboren. Er hat 5 Geschwister. Nach der Schule erlernt er den Beruf des Kaufmanns, aber schon seit dem 11.11.1911 befindet er sich in der Heil- und Pflegeanstalt Werneck. In den noch vorhandenen Unterlagen finden sich Briefe, die zeigen, dass sich die Familie sehr um ihn kümmert. Seine Mutter stirbt am 01.06.1937, sein Vater 1939. Da die Unterhaltskosten aus dem Vermögen für den Aufenthalt in Werneck 1939 nicht ausreichen, beantragt sein Vormund Berthold Schwab die Aufnahme in eine billigere Anstalt. Damit ist auch die Schwester Fr. Haselmayer einverstanden. Im Zuge der Räumung der Heil- und Pflegeanstalt Werneck kommt Paul Binder mit vielen anderen Patienten in die Heil- und Pflegeanstalt Lohr. Von hier aus wird er mit 100 weiteren in die Zwischenanstalt Weinsberg/Baden-Württemberg gebracht. Die Direktion von Weinsberg fragt noch einmal beim Innenminister in Stuttgart mit Verweis auf dieses Gesuch der Verlegung nach Reichenbach/Opf. nach. Das kann aber nicht verhindern, dass er am 10.12.1940 als "ungeheilt entlassen" in die Tötungsanstalt Grafeneck transportiert und dort vermutlich noch am selben Tag ermordet wird. 

externer LinkDie Opfer

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden mit dem Ziel der Vernichtung „lebensunwertes Leben“ mehr als 350.000 Menschen zwangssterilisiert. Bis zu 6000 Frauen und ungefähr 600 Männer starben an den Folgen der Eingriffe, mehr als 300.000 weitere starben in den „Euthanasie“-Programmen.

Hier finden sich einige der oft kurzen Lebens- und Leidensgeschichten von Opfern der Euthanasie. Es sind erschütternde Berichte, in mühevoller Kleinarbeit recherchiert von Journalisten, Historikern und zunehmend auch Angehörigen im Rahmen der Familienforschung.

Jede einzelne Geschichte ist es Wert, gelesen zu werden, denn hinter ihnen steckt das Schicksal von Menschen, die gequält und ermordet wurden. Die Geschichten geben stellvertretend auch den vielen anonymen Opfern ein Gesicht.

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