Gedenken an die Opfer der NS - Euthanasie
'Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist'

Wir wollen so vielen Opfern wie möglich ihre Identität wieder geben.


Paul Humbert wohnte mit seiner Frau Sophie am neuen Graben 15b. Das Paar hatte keine Kinder. Paul Humbert arbeitete als Kaufmann. Seit dem 11. Februar 1925 war er Patient der Heil- und Pflegeanstalt Osnabrück. Seine Ehefrau musste für die dortige Unterbringung die Hälfte ihrer Altersrente an die Bezirksfürsorge der Stadt Osnabrück bezahlen und geriet dadurch in finanzielle Not. Paul Humbert wurde im April 1941 mit dreiundsiebzig Jahren nach Eichberg deportiert und von dort in die Tötungsanstalt Hadamar. Nach der Sterbeurkunde aus Hadamar ist er am 20. Juni 1941 um 1.05 Uhr ermordet worden. Als Todesursache wurde Thrombose, Lungenembolie angegeben. Seine Frau schrieb am 01. Februar 1942 in einem Brief: "Er ist von Osnabrück dorthin überführt, und [hat] nur ganz kurze Zeit dort gelebt." 

externer LinkDie Opfer

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden mit dem Ziel der Vernichtung „lebensunwertes Leben“ mehr als 350.000 Menschen zwangssterilisiert. Bis zu 6000 Frauen und ungefähr 600 Männer starben an den Folgen der Eingriffe, mehr als 300.000 weitere starben in den „Euthanasie“-Programmen.

Hier finden sich einige der oft kurzen Lebens- und Leidensgeschichten von Opfern der Euthanasie. Es sind erschütternde Berichte, in mühevoller Kleinarbeit recherchiert von Journalisten, Historikern und zunehmend auch Angehörigen im Rahmen der Familienforschung.

Jede einzelne Geschichte ist es Wert, gelesen zu werden, denn hinter ihnen steckt das Schicksal von Menschen, die gequält und ermordet wurden. Die Geschichten geben stellvertretend auch den vielen anonymen Opfern ein Gesicht.

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