Leeb RosaRosa Leeb, wohnte in der Herrngasse 12 in Salzburg. Sie hatte einen Bruder und eine Schwester und litt unter der heimtückischen Krankheit Epilepsie, die damals als „erbliche Fallsucht“ bezeichnet wurde.

Sie wurde im August 1935 stationär auf Dauer in die Landesheilanstalt Salzburg aufgenommen und von Dr. Wolfer per Überweisung im März 1941 zum Zahnarzt geschickt. Ob sie dort war, lässt sich nicht feststellen, weil sie Mitte April 1941 nach Schloss Hartheim überstellt wurde. Auf der Transportliste trägt sie die Nummer 31. Sie wird in Hartheim vergast, verbrannt und in der Donau entsorgt.

4 Monate später hätte sie ihren 20. Geburtstag gefeiert. Ihre Habseligkeiten werden den Eltern über die Tötungsanstalt in Bernburg zugestellt, um zu verschleiern, wohin sie verschwunden ist. Wie weit die Eltern jemals genau im Bilde waren über die ganze Tragweite des Geschehens bleibt unklar; sie haben Zeit ihres Lebens gegenüber ihrer jüngeren Tochter Gertrude kein Wort mehr darüber verloren.

Erst durch die Aufarbeitung der Geschichte der Salzburger Euthanasieopfer erfährt sie im hohen Alter die ungeschminkte Wahrheit: „Mit der Euthanasie haben sie sie aus dem Weg geräumt!“ stellt sie als Resümee 2008 in einem berührenden Interview in dem Film „lebens(un)wert“ von Reinhold Tritscher fest.

 

Quelle:

[1] Hubert Mitter, Zusendung des Auszugs aus seinem Buch "linzen - Begegnungen auf meinem Weg ins Gas" (ISBN 978-3-200-06377-8) [13.06.2019]