Gedenken an die Opfer der NS - Euthanasie
'Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist'

Wir wollen so vielen Opfern wie möglich ihre Identität wieder geben.


Am 01.09.1893 wird Alfons Wehr als Sohn des Lehrerehepaars Johann und Katharina Wehr in Rütschenhausen, Kreis Karlstadt geboren. Er erlernt den Beruf des Drogisten. Ab 1914 ist er Kriegsteilnehmer, kommt ins Lazarett und erhält anschließend eine Militärrente. Von 15.11.1915 bis 15.01.1916 erfolgt die erste Aufnahme in der Heil- und Pflegeanstalt Werneck, von wo ihn seine Mutter abholt.
Es folgen noch weitere Aufenthalte in Werneck: Vom 25.01.6 bis 16.06.1916 und vom 06.09.1920 bis 16.04.1921. Danach befindet er sich immer wieder in der Psychiatrischen Universitätsklinik Würzburg: Vom 27.05.1921 bis 13.06.1921, vom 16.05.1923 bis 25.02.1924 und vom 06.06.1924 bis 13.06.1924. Ab dem 03.06.1924 ist er ununterbrochen in Werneck, bis er am 05.10.1940 wegen der Räumung Wernecks in die Heil- und Pflegeanstalt Lohr verlegt wird.

Die vollständige Krankengeschichte aus Werneck ist in Lohr dokumentiert. Ihr liegen einige Briefe der Mutter mit der Frage nach der Gesundheit des Sohnes bei. Auch die Schwester fragt nach ihm. Zum Vormund ist Ludwig Deppisch, Valentin Becker Str. 4 bestimmt. Am 02.11.1940 wird Alfons Wehr von Lohr in die Wohltätigkeits- und Pflegeanstalt der Barmherzigen Brüder Reichenbach/Opf. transportiert. Von hier gelangt er am 17.05.1941 mit einem Sammeltransport in die Niederbayerische Kreis-Heil- und Pflegeanstalt Mainkofen, wird mit dem T4-Tranport Nr.5 am 04.07.1941 nach Hartheim gebracht "Ist im Auftrag des Reichsverteidigungskommissariats in eine andere Anstalt verlegt" und vermutlich noch am selben Tag ermordet. Im Standesamt Rütschenhausen ist allerdings als Todestag der 25.07.1941 vermerkt.

externer LinkDie Opfer

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden mit dem Ziel der Vernichtung „lebensunwertes Leben“ mehr als 350.000 Menschen zwangssterilisiert. Bis zu 6000 Frauen und ungefähr 600 Männer starben an den Folgen der Eingriffe, mehr als 300.000 weitere starben in den „Euthanasie“-Programmen.

Hier finden sich einige der oft kurzen Lebens- und Leidensgeschichten von Opfern der Euthanasie. Es sind erschütternde Berichte, in mühevoller Kleinarbeit recherchiert von Journalisten, Historikern und zunehmend auch Angehörigen im Rahmen der Familienforschung.

Jede einzelne Geschichte ist es Wert, gelesen zu werden, denn hinter ihnen steckt das Schicksal von Menschen, die gequält und ermordet wurden. Die Geschichten geben stellvertretend auch den vielen anonymen Opfern ein Gesicht.

Karte

Denkmal

Stolpersteine

In's Gesicht sehen

Aufarbeitung

Unterstützer

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok