Gedenken an die Opfer der NS - Euthanasie
'Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist'

Wir wollen so vielen Opfern wie möglich ihre Identität wieder geben.


Alfred Löwe wurde am 3. März 1869 als Sohn einer jüdischen Familie in Magdeburg geboren.

In Magdeburg heiratete er auch seine Frau Henriette Erxleben und hier kam die Tochter Emmy zur Welt. Später zogen die Löwes nach Halle um. Dort wurden vier weitere Kinder geboren – Rosa, Margarethe, Hans und Elsa. Alfred Löwe arbeitete als Kaufmann und erlebte den 1.Weltkrieg als deutscher Soldat. Wie viele assimilierte Juden verstand sich der getaufte Jude in erster Linie als Deutscher und die Schikanen der Nationalsozialisten gegen Juden empörten ihn. Die Ohnmacht, dies alles ohne Verteidigungsmöglichkeiten ansehen zu müssen, führte zu einer depressiven Erkrankung.
Gegen seinen Willen wurde er von seinem behandelnden Arzt am 15. April 1939 in die Landesheilanstalt Altscherbitz eingewiesen und eineinhalb Jahre später im Rahmen des Euthanasie-Tötungsprogramms nach Bernburg gebracht und am 28. November 1940 in der Tötungskammer der dortigen „Heil- und Pflegeanstalt“ mit Gas ermordet. Der Familie wurde fälschlicherweise mitgeteilt, Alfred Löwe sei am 11. Dezember 1940 an einer Lungenentzündung gestorben. Auf intensives Nachfragen erhielt die Familie dann auch eine Urne mit der angeblichen Asche des Ermordeten. Sie wurde am 8. Januar 1941 auf dem Gertraudenfriedhof bestattet. Ein Jahr nach dem Mord, in einem erhalten gebliebenen Brief vom 6.Januar 1942, verlangte das hallesche Jugend- und Fürsorgeamt von der „Reichsvereinigung der Juden in Deutschland“ eine rückwirkende Zahlung für den Altscherbitzer Aufenthalt von Alfred „Israel“ Löwe, der am 11.12.1940 „in Bernburg verstorben“ sei.

Quelle:

[1] http://gedenkort-t4.eu [Stand 31.03.2016]

externer LinkDie Opfer

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden mit dem Ziel der Vernichtung „lebensunwertes Leben“ mehr als 350.000 Menschen zwangssterilisiert. Bis zu 6000 Frauen und ungefähr 600 Männer starben an den Folgen der Eingriffe, mehr als 300.000 weitere starben in den „Euthanasie“-Programmen.

Hier finden sich einige der oft kurzen Lebens- und Leidensgeschichten von Opfern der Euthanasie. Es sind erschütternde Berichte, in mühevoller Kleinarbeit recherchiert von Journalisten, Historikern und zunehmend auch Angehörigen im Rahmen der Familienforschung.

Jede einzelne Geschichte ist es Wert, gelesen zu werden, denn hinter ihnen steckt das Schicksal von Menschen, die gequält und ermordet wurden. Die Geschichten geben stellvertretend auch den vielen anonymen Opfern ein Gesicht.

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