Gedenken an die Opfer der NS - Euthanasie
'Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist'

Wir wollen so vielen Opfern wie möglich ihre Identität wieder geben.


Anna Hellmann wurde am 7.10.1933 in die Provinzial Heil- und Pflegeanstalt Osnabrück eingewiesen. Der Akte liegt eine maschinenschriftliche Beurteilung vom 12.8.1934 bei, die Dr. Franz Stüvermann, Oberarzt in der Provinzial Heil- und Pflegeanstalt ausgefertigt hatte: "Anna Hellmann, geb. am 1.5.02, befindet sich seit dem 7. Oktober 1933 in der hiesigen Anstalt. Sie wird behandelt wegen eines Nervenleidens auf organischer Grundlage. Nach der Natur der Erkrankung wird die Kranke dauernd anstaltspflegebedürftig bleiben. Das Leiden ist aber schon soweit fortgeschritten, dass sie sich in einem Zustand völliger Hilflosigkeit befindet. Im Zusammenhang mit ihrem Leiden gehen auch die geistigen Quantitäten immer weiter zurück. Heil Hitler! Der Direktor I.A.F. Stüvermann." Anna Hellmann erhielt eine Invalidenrente von 12 Reichsmark die vom Bezirksfürsorgeverband der Stadt Osnabrück für ihre Pflegekosten eingezogen wurde. Am 22.4.1941 wurde sie in die "Heilanstalt" Eichberg "überwiesen". Von dort wurden die Patienten in die Tötungsanstalt Hadamar deportiert. Am 3.3.1942 teilte die Pflegerin Frau Heidkamp dem Amtsgericht Osnabrück mit, dass ihre Betreute am 20.6.1941 gestorben sei. Als Todesursache ist in der Sterbeurkunde "akute myeleische Leukemie" genannt.

Quelle:

[1] http://stolpersteine.osnabrueck.de [Stand 06.04.2016]

externer LinkDie Opfer

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden mit dem Ziel der Vernichtung „lebensunwertes Leben“ mehr als 350.000 Menschen zwangssterilisiert. Bis zu 6000 Frauen und ungefähr 600 Männer starben an den Folgen der Eingriffe, mehr als 300.000 weitere starben in den „Euthanasie“-Programmen.

Hier finden sich einige der oft kurzen Lebens- und Leidensgeschichten von Opfern der Euthanasie. Es sind erschütternde Berichte, in mühevoller Kleinarbeit recherchiert von Journalisten, Historikern und zunehmend auch Angehörigen im Rahmen der Familienforschung.

Jede einzelne Geschichte ist es Wert, gelesen zu werden, denn hinter ihnen steckt das Schicksal von Menschen, die gequält und ermordet wurden. Die Geschichten geben stellvertretend auch den vielen anonymen Opfern ein Gesicht.

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