Gedenken an die Opfer der NS - Euthanasie
'Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist'

Wir wollen so vielen Opfern wie möglich ihre Identität wieder geben.


Berta Kettenmann, das jüngste von insgesamt fünf Kindern, wurde am 29. Januar 1908 als Tochter von Johanna Braun geboren. Die kleinwüchsige Berta, mit sieben Jahren erst 95 Zentimeter groß, konnte eigensinnig und zornig sein. Man vermutete, dass Bertas geistige und körperliche Schwäche auf eine Hirnhautentzündung im zweiten Lebensjahr zurückzuführen war. Im Jahr 1915 wurde Berta in die Heilanstalt Stetten eingewiesen, da die Mutter nicht mehr für das Kind sorgen konnte. In einem Bericht der Heilanstalt Stetten wurde festgehalten, dass Berta gerne mit Puppen spielte und oft von ihrer Mutter besucht wurde. 1924 wurde Berta als arbeitsunfähig eingestuft und ihre geistigen Fähigkeiten wurden als denen eines fünfjährigen Kindes entsprechend bezeichnet. Zu diesem Zeitpunkt war sie 16 Jahre alt. Am 18. September 1940 wurde Berta mit dem zweiten Transport von Stetten nach Grafeneck „verlegt“, wo sie noch am selben Tag ermordet wurde. Bertas Mutter wurde von Grafeneck über den Tod ihrer Tochter in Kenntnis gesetzt. Daraufhin schrieb sie einen Brief an die Heilanstalt Stetten, in dem sie den Tod ihrer Tochter hinterfragte, da diese im August noch völlig gesund gewesen war. In der Antwort bedauerte Stetten den Tod Bertas sehr „…denn das Bertale war uns allen lieb. Man sah sie immer mit ihren Puppen spazieren gehen und auch fremde Besucher, die in die Anstalt kamen, freuten sich an diesem Puppenmütterchen.“

Quellen:

[1] Otto-Hahn-Gymnasium Böblingen, https://www.ohg-boeblingen.de/index.php/unterricht/arbeitsgemeinschaften/informatik-ag/56-unterricht/232-stolperstein-ag [Stand 05.04.2016]

[2] Stuttgarter Zeitung, https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.boeblingen-erinnerung-an-nazi-opfer.c36d45a9-2b61-4b47-873f-5002cc73e932.html [Stand 05.04.2016]

externer LinkDie Opfer

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden mit dem Ziel der Vernichtung „lebensunwertes Leben“ mehr als 350.000 Menschen zwangssterilisiert. Bis zu 6000 Frauen und ungefähr 600 Männer starben an den Folgen der Eingriffe, mehr als 300.000 weitere starben in den „Euthanasie“-Programmen.

Hier finden sich einige der oft kurzen Lebens- und Leidensgeschichten von Opfern der Euthanasie. Es sind erschütternde Berichte, in mühevoller Kleinarbeit recherchiert von Journalisten, Historikern und zunehmend auch Angehörigen im Rahmen der Familienforschung.

Jede einzelne Geschichte ist es Wert, gelesen zu werden, denn hinter ihnen steckt das Schicksal von Menschen, die gequält und ermordet wurden. Die Geschichten geben stellvertretend auch den vielen anonymen Opfern ein Gesicht.

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