Gedenken an die Opfer der NS - Euthanasie
'Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist'

Wir wollen so vielen Opfern wie möglich ihre Identität wieder geben.


Betty wurde am 3. Februar 1885 in Hamburg geboren und ist auf ihrer Kultussteuerkarte als geboren "um 1883" aufgeführt. Ihr Vater Salomon Elkeles, der sich auch Sigismund nennen ließ, wurde am 18. März 1852 in Posen/Poznan geboren, lebte in Hamburg, wo er 1895 die Bürgerrechte erwarb und war von Beruf Buchhalter.

Er heiratete am 25. Oktober 1888 in zweiter Ehe Anna Nossen. Er brachte Betty, seine zweitgeborene Tochter aus erster Ehe, mit in die Ehe.

Betty verließ die Familie am 14. Juli 1915 und verzog nach Wedel. Grund und genaue Adresse sind nicht bekannt. So konnten wir die nächs­ten 25 Jahre ihres Lebens kaum erhellen. Jedoch befand sie sich ab dem 7. Januar 1928 im Alters- und Pflegeheim in Wedel. Weitere zehn Jahre später, 1938, war sie dort in Zusammenhang mit den Zuschüssen zur Unterbringung von Pfleglingen in einer Bewohnerliste vermerkt. Im ersten Quartal 1939 erhielt ihr Name dort den Zusatz "Sara" und ab dem zweiten Quartal fehlte der Pflegling Betty "Sara" Elkeles auf den Listen. So kann vermutet werden, dass sie von dieser Zeit an in Neustadt (Holstein) lebte.

Dem Memorbuch von Schleswig-Holstein ist zu entnehmen, dass sie am 13. September 1940 von Neustadt nach Brandenburg kam, vermutlich jedoch über Hamburg, wo der Transport für den 23. September zusammengestellt wurde. Im Hamburger Gedenkbuch ist zu lesen, Betty Elkeles sei am 23. September 1940 aus der Heil- und Pflegeanstalt Langenhorn in die Tötungsanstalt Brandenburg verlegt worden. Nach dem Gedenkbuch des Bundesarchivs war der Tag der Verbringung auch der Tag ihrer Ermordung. Sie wurde 55 Jahre alt, ihre Anschrift ist dort mit "unbekannt" angegeben. Auf ihrer Geburtsurkunde befindet sich ein nachträglich mit blauer Tinte hinzugefügter Vermerk: "Verstorben 269/41 ... Cholm II. Generalgouvernement". Nach Cholm waren angeblich jüdische Geisteskranke gebracht worden, eine fiktive Adresse.

Quelle:

[1] http://stolpersteine-hamburg.de [Stand 06.04.2016]

externer LinkDie Opfer

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden mit dem Ziel der Vernichtung „lebensunwertes Leben“ mehr als 350.000 Menschen zwangssterilisiert. Bis zu 6000 Frauen und ungefähr 600 Männer starben an den Folgen der Eingriffe, mehr als 300.000 weitere starben in den „Euthanasie“-Programmen.

Hier finden sich einige der oft kurzen Lebens- und Leidensgeschichten von Opfern der Euthanasie. Es sind erschütternde Berichte, in mühevoller Kleinarbeit recherchiert von Journalisten, Historikern und zunehmend auch Angehörigen im Rahmen der Familienforschung.

Jede einzelne Geschichte ist es Wert, gelesen zu werden, denn hinter ihnen steckt das Schicksal von Menschen, die gequält und ermordet wurden. Die Geschichten geben stellvertretend auch den vielen anonymen Opfern ein Gesicht.

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