Gedenken an die Opfer der NS - Euthanasie
'Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist'

Wir wollen so vielen Opfern wie möglich ihre Identität wieder geben.


Heinz Heuer besuchte die Volksschule. 1917 begann er eine Lehre als Stein- und Holzbildhauer. Ab 1923 arbeitete er als freischaffender Bildhauer im norddeutschen Raum. Er schuf mehrere große Steinplastiken am so genannten Artländer Dom in Ankum (St. Michael, Madonna mit Kind, Kruzifix und Schnitzereien). Eine nicht ausgeheilte Krankheit führt bei ihm zu psychischen Störungen. Der Pfleger berichtete: "Der Gesundheitszustand meines Pfleglings hat sich eher verschlimmert denn gebessert. Er wird wohl dauernd anstaltsbedürftig bleiben. [...] (Osn, den 9. Sept. 1935)". Ein weiterer Bericht vom 28. März 1940 gibt an: "Trotz der Malaria Kur hat sich der Gesundheitszustand des Kranken nicht gebessert; die Krankheit ist auf dem toten Punkt stehen geblieben. Heuer wird mit Bastelarbeiten in den Räumen des Klosters beschäftigt. [...]". Eine Postkarte an das Amtsgericht OS aus der Landes-Heilanstalt Eichberg im Rheingau vom 22.4.1941 teilt mit: "Der am 3.4.1903 [...] geborene geisteskranke Heinz Heuer aus Osnabrück ist heute in die hiesige Anstalt aufgenommen [...] worden. Der Direktor (Unterschrift: Mennecke)". Anfang Juni wurde Heinz Heuer in einem Sammeltransport von Eichberg nach Hadamar deportiert und dort am 9. oder 10. Juni ermordet. Ein Schreiben aus Hadamar an den Vormund vom 24.6.1941 lautet: "[...] Hiermit teilen wir Ihnen mit, das Ihr Pflegling, Herr Heinrich Heuer, der im Rahmen der Maßnahmen der Reichsverteidigung in unsere Anstalt verlegt wurde, am 24.6.1941 infolge Lungenentzündung und anschließender Kreislaufschwäche unerwartet verstorben ist. Die Mutter des Verstorbenen wurde bereits von uns verständigt. Eine Sterbeurkunde zur Vorlage bei Behörden fügen wir bei. Heil Hitler!".

Quellen:

[1] http://www.gedenkort-t4.eu [Stand 06.04.2016]

[2] http://service.virtuos.uni-osnabrueck.de [Stand 06.04.2016]

externer LinkDie Opfer

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden mit dem Ziel der Vernichtung „lebensunwertes Leben“ mehr als 350.000 Menschen zwangssterilisiert. Bis zu 6000 Frauen und ungefähr 600 Männer starben an den Folgen der Eingriffe, mehr als 300.000 weitere starben in den „Euthanasie“-Programmen.

Hier finden sich einige der oft kurzen Lebens- und Leidensgeschichten von Opfern der Euthanasie. Es sind erschütternde Berichte, in mühevoller Kleinarbeit recherchiert von Journalisten, Historikern und zunehmend auch Angehörigen im Rahmen der Familienforschung.

Jede einzelne Geschichte ist es Wert, gelesen zu werden, denn hinter ihnen steckt das Schicksal von Menschen, die gequält und ermordet wurden. Die Geschichten geben stellvertretend auch den vielen anonymen Opfern ein Gesicht.

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