Gedenken an die Opfer der NS - Euthanasie
'Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist'

Wir wollen so vielen Opfern wie möglich ihre Identität wieder geben.


Josef Gleixner war der jüngste Sohn des Lokführers Johann Gleixner und seiner Ehefrau Maria. Zwei ihrer sechs Kinder verstarben bereits früh im Kleinkindalter. Bei Josef Gleixners Geburt am 27. Juli 1939 verstarb auch seine Mutter Maria. Als kränkliches Kind (u. a. Rachitis und septische Ohrenentzündung) wurde beim dreijährigen Josef Gleixner im Städtischen Krankenhaus München-Schwabing „Schwachsinn“ diagnostiziert. Als „gewalttätig und nicht mehr zu halten“ wäre die häusliche Betreuung nicht mehr möglich. Auf Anraten der Ärzte brachte Josef Gleixners Stiefmutter ihn am 15. Oktober 1942 in die Heil- und Pflegeanstalt Kaufbeuren. Dort wurde er der „Kinderfachabteilung“ zur Selektion zugewiesen. Nach Liquor- und Röntgenuntersuchungen wurde dort die Diagnose „Wasserkopf“ gestellt. Während seines Aufenthaltes erhielt er mehrfach Besuch seiner Eltern und Geschwister. Am 14. September 1943 wurde Josef Gleixner nach Kloster Irsee verlegt. Entgegen der Einträge des Pflegepersonals, die Josef Gleixner als „unsauberes, friedfertiges Kind, das dem Personal keine Probleme bereite“ notierte Dr. Lothar Gärtner in der Krankenakte: „Vegetiert hilflos, unrein mit Kot u. Urin; in allen Stücken pflegebedürftig; Essen muß eingegeben werden…ohne Sprachäusserung.“

Josef Gleixner starb am 27. November 1943. Die Beerdigung fand im Beisein der Eltern auf dem Anstaltsfriedhof Irsee statt. Im Toten-Register der Heil- und Pflegeanstalt Irsee wurde von Dr. Lothar Gärtner als Todesursache „Lungenentzündung“ vermerkt.

Quelle:

[1] Wikipedia [stand 30.01.2019]

externer LinkDie Opfer

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden mit dem Ziel der Vernichtung „lebensunwertes Leben“ mehr als 350.000 Menschen zwangssterilisiert. Bis zu 6000 Frauen und ungefähr 600 Männer starben an den Folgen der Eingriffe, mehr als 300.000 weitere starben in den „Euthanasie“-Programmen.

Hier finden sich einige der oft kurzen Lebens- und Leidensgeschichten von Opfern der Euthanasie. Es sind erschütternde Berichte, in mühevoller Kleinarbeit recherchiert von Journalisten, Historikern und zunehmend auch Angehörigen im Rahmen der Familienforschung.

Jede einzelne Geschichte ist es Wert, gelesen zu werden, denn hinter ihnen steckt das Schicksal von Menschen, die gequält und ermordet wurden. Die Geschichten geben stellvertretend auch den vielen anonymen Opfern ein Gesicht.

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