Gedenken an die Opfer der NS - Euthanasie
'Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist'

Wir wollen so vielen Opfern wie möglich ihre Identität wieder geben.


Die Büroangestellten waren u. a. für das Schreiben der "Trostbriefe" zuständig. Außerdem war die gesamte administrative Abwicklung der Morde ihre Aufgabe. Eine dieser Bürokräfte war Judith Th. Sie wurde 1922 geboren. Zunächst war sie in einem Laboratorium in Offenbach beschäftigt. Im April 1941 musste sie sich bei der "T4" in Berlin melden. Dort wurde sie zu Büroarbeiten herangezogen. Wegen der schwierigen Wohnungslage wollte sie zurück nach Hessen. Im Juni 1941 kam sie nach Hadamar und arbeitete in der Personalabteilung. Sie behauptete, die Tötungen nicht bemerkt zu haben.
Judith Th. lernte in der Tötungsanstalt ihren Ehemann, den Busfahrer Martin Th., kennen. 1943 brachte sie ein Kind zur Welt, verblieb aber in der Anstalt. Sie versuchte mehrmals zu kündigen. Judith Th. wurde 1947 von der Anklage wegen Beihilfe zum Mord freigesprochen.

Quelle: http://www.gedenkstaette-hadamar.de [Stand: 28.07.2015]

Den Tätern soll hier kein Denkmal gesetzt werden, wir wollen die Verantwortlichen benennen, damit sie nicht im Dunkel der Zeit verschwinden.

externer LinkDie Täter

Beim Nürnberger „Ärzte-Prozess“ wurden die Haupttäter der „Euthanasie“, derer man noch habhaft werden konnte, zum Tode verurteilt. Einige der Täter hatten sich der Verantwortung jedoch durch Selbstmord entzogen, andere waren untergetaucht.

Neben den Haupttätern gab es jedoch noch hunderte von Ärzten, Pflegern, Schwestern und weiteren Helfern, die aktiv an der „Euthanasie“ mitgeholfen haben. Diese wurden teilweise in der BRD und der DDR vor Gericht gestellt. Die juristische Aufarbeitung erfolgte in zahlreichen Verfahren. Einige der Täter (selbst der zum Tode verurteilten!) wurden später jedoch begnadigt und konnten dann ein „normales“ Leben führen. Viele Täter jedoch wurden gar nicht erst juristisch belangt, so z.B. die Ober-„Gutachter“ der Kinder-„Euthanasie“.

 

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