Gedenken an die Opfer der NS - Euthanasie
'Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist'

Wir wollen so vielen Opfern wie möglich ihre Identität wieder geben.


Martha Razen lebte als Tochter des Kaufmannes Josef Schulhoff und Johanna Moses verw. Appel in Osnabrück.
Ihr Mann Julius Razen, geb. 14.09.1886, war Diplom Ingenieur. Als die Ehe Ende Juli 1922 in Osnabrück geschlossen wurde, waren die Eheleute bereits 35 und 36 Jahre alt.
Martha Razen war in der Möserstr. 39 bei ihrem Bruder gemeldet, Julius wohnte in Luxemburg. Die Ehe blieb kinderlos und wurde bereits nach zwei Jahren, 1924, in Luxemburg geschieden.
Martha Razen wurde am 20.4.1937 in die Heil- und Pflegeanstalt Osnabrück aufgenommen. Am 21.09.1940 wurde sie mit weiteren acht jüdischen Patienten in eine Anstalt bei Wunstorf verlegt und am 27.09.1940 mit 158 jüdischen Patienten aus 25 Anstalten Norddeutschlands über Berlin nach Brandenburg transportiert. Offiziell sollten die Patienten in eine Nervenheilanstalt in Cholm bei Lublin 'verlegt' werden. Hier befand sich aber lediglich die Postadresse des Standesamtes, das die Sterbeurkunden ausstellte.
Martha Razen wurde in der Anfang 1940 eingerichteten Euthanasie-Anstalt im ehemaligen Zuchthaus Brandenburg im September 1940 durch Kohlenstoffmonoxid getötet.

Quelle:

[1] http://service.virtuos.uni-osnabrueck.de [Stand 06.04.2016]

externer LinkDie Opfer

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden mit dem Ziel der Vernichtung „lebensunwertes Leben“ mehr als 350.000 Menschen zwangssterilisiert. Bis zu 6000 Frauen und ungefähr 600 Männer starben an den Folgen der Eingriffe, mehr als 300.000 weitere starben in den „Euthanasie“-Programmen.

Hier finden sich einige der oft kurzen Lebens- und Leidensgeschichten von Opfern der Euthanasie. Es sind erschütternde Berichte, in mühevoller Kleinarbeit recherchiert von Journalisten, Historikern und zunehmend auch Angehörigen im Rahmen der Familienforschung.

Jede einzelne Geschichte ist es Wert, gelesen zu werden, denn hinter ihnen steckt das Schicksal von Menschen, die gequält und ermordet wurden. Die Geschichten geben stellvertretend auch den vielen anonymen Opfern ein Gesicht.

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