Gedenken an die Opfer der NS - Euthanasie
'Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist'

Wir wollen so vielen Opfern wie möglich ihre Identität wieder geben.


Rudolf Menke wurde am 22.04.1940 in Osnabrück geboren. Seine Eltern waren der Dachdeckerarbeiter Karl und dessen Frau Elisabeth Menke. Rudolf Menke wurde am 1. Dezember 1943 in die "Kinderfachabteilung" der Landes- Heil- und Pflegeanstalt Lüneburg eingeliefert.
Am 14. Januar 1944 erkundigt sich Karl Menke in einem Schreiben an die Anstalt nach seinem Sohn: "Erhielt diese Tage von meiner Frau die Nachricht, daß mein Sohn 'Rudi' in der dortigen Anstalt untergebracht ist. Meine Frau hat bis heute noch nichts von dem Jungen erfahren. Ich bitte daher höflichst, mir umgehend mitzuteilen, was mit dem Jungen ist. Man möchte doch einmal zu gern wissen, was der Junge eigentlich für eine Krankheit hat." In der Antwort vom 17. Januar heißt es: "Bei Ihrem Jungen handelt es sich um eine völlige Blindheit mit hochgradigem Schwachsinn. Er ist ein reines Liegekind und völlig tiefstehend und muss in jeder Hinsicht versorgt werden. Eine Besserung oder Heilung ist nicht mehr anzunehmen." Am 03. März 1944 wendet Karl Menke sich erneut an die Anstalt mit der Frage, ob sein Sohn "Rudi" noch länger dort bleiben könne, da "keine Besserung vorhanden" sei und seine "Frau noch 5 unmündige Kinder zu Hause" habe und es ihr deshalb "unmöglich" sei, "solch ein Kind die richtige Pflege und Aufmerksamkeit zu schenken." Darauf erhält er am 08. April 1944 die Antwort, dass das Kind weiter "pflegebedürftig" sei und in der "Anstalt verbleiben" müsse.

Rudolf Menke verstarb am 14.4.1944. Als offizielle Todesursache wurde chronische Bronchitis angegeben. Rudolf Menke ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein Opfer der "Kinder-Aktion"

externer LinkDie Opfer

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden mit dem Ziel der Vernichtung „lebensunwertes Leben“ mehr als 350.000 Menschen zwangssterilisiert. Bis zu 6000 Frauen und ungefähr 600 Männer starben an den Folgen der Eingriffe, mehr als 300.000 weitere starben in den „Euthanasie“-Programmen.

Hier finden sich einige der oft kurzen Lebens- und Leidensgeschichten von Opfern der Euthanasie. Es sind erschütternde Berichte, in mühevoller Kleinarbeit recherchiert von Journalisten, Historikern und zunehmend auch Angehörigen im Rahmen der Familienforschung.

Jede einzelne Geschichte ist es Wert, gelesen zu werden, denn hinter ihnen steckt das Schicksal von Menschen, die gequält und ermordet wurden. Die Geschichten geben stellvertretend auch den vielen anonymen Opfern ein Gesicht.

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