Gedenken an die Opfer der NS - Euthanasie
'Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist'

Wir wollen so vielen Opfern wie möglich ihre Identität wieder geben.


Steinhauf StanislawaStanislawa Steinhauf geb. Ruff wurde am 1. Juli 1895 in Grotoschin bei Posen geboren. 1916 wurde ihr Sohn geboren. 1917 heiratete sie und bekam 1921 noch eine Tochter. Anfang 1926 traten erste Krankheitszeichen auf. Frau Steinhauf kam in ambulante nervenärztliche Behandlung und wurde ab Mai mit der Diagnose Schizophrenie in der Landesheilanstalt Nietleben untergebracht. Dort besserte sich ihr Zustand und sie konnte im Juli nach Hause zurückkehren. Ihr Wesen veränderte sich aber zusehends. Sie wurde ruhelos und unbeständig, irrte tagelang planlos umher und war nicht mehr in der Lage die Kinder und den Haushalt zu versorgen. Im August 1929 wurde sie in Berlin in geistig verwirrtem Zustand aufgegriffen und in die Heil- und Pflegeanstalt Herzberge gebracht. Nach einem kurzen Aufenthalt in der Landesheilanstalt Görden erfolgte ab Oktober 1930 die dauerhafte Unterbringung in der Landesheilanstalt Nietleben. Nachdem der Ehemann die Scheidung beantragt hatte, forderte das Amtsgericht Halle 1931 ein nervenärztliches Gutachten über den Geisteszustand von Stanislawa Steinhauf an. Die Anstaltsärztin aus Nietleben kam in einem 18-seitigen Schreiben zu dem Schluss:
"Die Schizophrenie gilt als eine chronische und im Allgemeinen unheilbare Geisteskrankheit … Bei längerer Dauer der Krankheit macht sich ein stärkerer Zerfall der Persönlichkeit und eine Abnahme der geistigen Fähigkeiten bemerkbar, wodurch ein Zusammenleben mit der Familie unmöglich wird."
Nach einer weiteren Verlegung in die Landesheilanstalt Altscherbitz bei Leipzig wurde die 45-jährige Stanislawa Steinhauf am 21.10.1940 in die "Landespflegeanstalt" Brandenburg gebracht und dort noch am selben Tag mit Gas ermordet.

Quellen:

[1] Bundesarchiv

[2] Archiv Sächsisches Krankenhaus Altscherbitz

[3] http://www.zeit-geschichten.de [Stand 26.07.2015]

externer LinkDie Opfer

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden mit dem Ziel der Vernichtung „lebensunwertes Leben“ mehr als 350.000 Menschen zwangssterilisiert. Bis zu 6000 Frauen und ungefähr 600 Männer starben an den Folgen der Eingriffe, mehr als 300.000 weitere starben in den „Euthanasie“-Programmen.

Hier finden sich einige der oft kurzen Lebens- und Leidensgeschichten von Opfern der Euthanasie. Es sind erschütternde Berichte, in mühevoller Kleinarbeit recherchiert von Journalisten, Historikern und zunehmend auch Angehörigen im Rahmen der Familienforschung.

Jede einzelne Geschichte ist es Wert, gelesen zu werden, denn hinter ihnen steckt das Schicksal von Menschen, die gequält und ermordet wurden. Die Geschichten geben stellvertretend auch den vielen anonymen Opfern ein Gesicht.

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