Gedenken an die Opfer der NS - Euthanasie
'Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist'

Wir wollen so vielen Opfern wie möglich ihre Identität wieder geben.


Ende 1940 befahl die „T4“-Zentrale in Berlin den Umbau des Hauses der Landesheilanstalt in Hadamar zu einer Tötungsanstalt. Die Menschen starben an gezielt eingesetzter Hungerkost, vorenthaltener medizinischer Versorgung und an überdosierten Medikamenten.

1941 arbeiteten in der Tötungsanstalt Hadamar ("T4-Aktion") ca. 100 Personen, darunter vier Ärzte: Dr. Ernst Baumhard, Günther Hennecke, Dr. Friedrich Berner und Bodo Gorgass. Sie waren in fünf Bereichen tätig:

  • Transportabteilung mit Transportleiter, Busfahrern, begleitendem Pflegepersonal,
  • Aufnahmeabteilung mit weiblichen und männlichen Pflegekräften und Fotografen,
  • Tötungsabteilung mit leitendem Arzt und seinem Stellvertreter sowie den so genannten "Brennern",
  • Verwaltungsabteilung mit Verwaltungsleiter, Standesbeamten, der so genannten "Trostbriefabteilung" und Urnenversand,
  • Wirtschaftsabteilung mit Wirtschaftsleiter, Köchen, Küchenhilfen, Heizern, Waschfrauen usw.

Von 1942 bis 1945 ("zweite Mordphase") waren in der Tötungsanstaltanstalt drei Personengruppen beschäftigt:

  • Arzt und Pflegepersonal: Der einzige Arzt, die Oberschwester und der Oberpfleger legten fest, wer getötet werden sollte. Nur bestimmte Pflegekräfte erhielten den Auftrag zur Verabreichung der tödlichen Medikamente.
  • Verwaltungsabteilung: Sie war zuständig für die Koordinierung der reichsweiten Patiententransporte, die Korrespondenz mit Angehörigen und Behörden und das Friedhofskommando bestehend aus Arbeitspatienten unter der Leitung eines Pflegers.
  • Wirtschaftsabteilung: Sie sorgte für die Verpflegung, die Eigenproduktion von Fleisch, Gemüse und Obst und den Einsatz von arbeitsfähigen Patientinnen und Patienten.

Im Rahmen der "T4-Aktion" sind in Hadamar 328 jüdische Patientinnen und Patienten ermordet worden. Bei ihrer Selektion wurde nicht auf Arbeitsfähigkeit oder mögliche Heilbarkeit geachtet. In ihrem Fall war allein die Tatsache ausschlaggebend, dass sie als jüdisch galten.

Die Ermordung der jüdischen Patientinnen und Patienten wurde im Rahmen der "T4-Aktion" gesondert durchgeführt. Die jüdischen Opfer kamen aus 41 staatlichen, konfessionellen und privaten Anstalten aus dem heutigen Land Hessen, dem Rheinland und Südwestdeutschland. Sie wurden über die "Sammelanstalten" Andernach, Düsseldorf-Grafenberg und Heppenheim in die Tötungsanstalt Hadamar gebracht und dort zwischen dem 4. und 15. Februar 1941 in der Gaskammer ermordet.

Quelle: http://www.gedenkstaette-hadamar.de [Stand 28.07.2015]

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