Gedenken an die Opfer der NS - Euthanasie
'Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist'

Wir wollen so vielen Opfern wie möglich ihre Identität wieder geben.


Maria-Katharine Buch ist am 22.06.1905 in Duderstadt geboren. Ihre Zentralnummer war 128921. Alle von der T4-Organisation erfassten Patienten bekamen eine Nummer und das war die sogenannnte Zentralnummer. Sie ist mit dem zweiten Transport am 11./12.03.1941 nach Großschweidnitz gebracht worden. Von dort ist sie in die Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein transportiert und am 02.05.1941 ermordet worden. Eine Patientenakte über Frau Buch gibt es nicht, aber eine Karteikarte. Danach wohnte sie in Westerode Nr. 93. Die Eltern waren Maria und Carl Buch. Frau Buch war an progressiver Paralyse (Ausfall von motorischen Funktionen) erkrankt. Sie war 1935 und 1936 bis 1941 in der Anstalt Göttingen. Auf der Karteikarte gibt es den Hinweis, daß die Landesfürsorge, Provinz Hannover, Kostenträger für den Aufenthalt war. Sie war nicht krankenversichert bzw. konnte den Aufenthalt in der Einrichtung nicht selber bezahlen, so daß der Staat „Provinzverwaltung Hannover“ die Kosten übernahm. Die Verpflegungsklasse in der Anstalt war die „Untere“, d.h. sie hat weniger Essen bekommen als zum Beispiel die Selbstzahler. 

externer LinkDie Opfer

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden mit dem Ziel der Vernichtung „lebensunwertes Leben“ mehr als 350.000 Menschen zwangssterilisiert. Bis zu 6000 Frauen und ungefähr 600 Männer starben an den Folgen der Eingriffe, mehr als 300.000 weitere starben in den „Euthanasie“-Programmen.

Hier finden sich einige der oft kurzen Lebens- und Leidensgeschichten von Opfern der Euthanasie. Es sind erschütternde Berichte, in mühevoller Kleinarbeit recherchiert von Journalisten, Historikern und zunehmend auch Angehörigen im Rahmen der Familienforschung.

Jede einzelne Geschichte ist es Wert, gelesen zu werden, denn hinter ihnen steckt das Schicksal von Menschen, die gequält und ermordet wurden. Die Geschichten geben stellvertretend auch den vielen anonymen Opfern ein Gesicht.

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